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21.10.2011 - „Chemistry Award 2011“ für Arne Skerra und Waltraud Habelitz-Tkotz
Burghauser Chemistry Award 2011: (von links) TUM-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Hermann, Bayerns Staatsminister Dr. Marcel Huber, Preisträgerin Waltraud Habelitz-Tkotz, Dr. Hermann Fußstetter (Wacker Chemie AG, Stiftung Bildungspakt Bayern), Preisträger Prof. Dr. Arne Skerra,  Vorstandsvorsitzende der Wacker Chemie AG Dr. Rudolf Staudigl und Burghausens Bürgermeister Hans Steindl.

Burghauser Chemistry Award 2011: (von links) TUM-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Hermann, Bayerns Staatsminister Dr. Marcel Huber, Preisträgerin Waltraud Habelitz-Tkotz, Dr. Hermann Fußstetter (Wacker Chemie AG, Stiftung Bildungspakt Bayern), Preisträger Prof. Dr. Arne Skerra, Vorstandsvorsitzende der Wacker Chemie AG Dr. Rudolf Staudigl und Burghausens Bürgermeister Hans Steindl.

Vor rund begeisterten 200 Schülern aus Gymnasien der Stadt und Region zeigte die Studiendirektorin mit dem Vortrag Feuer und Flamme für die Chemie“ eindrucksvoll, wie man das Interesse des schulischen Nachwuchses für die Naturwissenschaft mit engagiertem und anschaulichem Chemieunterricht wecken kann.

Vor rund begeisterten 200 Schülern aus Gymnasien der Stadt und Region zeigte die Studiendirektorin mit dem Vortrag Feuer und Flamme für die Chemie“ eindrucksvoll, wie man das Interesse des schulischen Nachwuchses für die Naturwissenschaft mit engagiertem und anschaulichem Chemieunterricht wecken kann.

Prof. Dr. Peter Härter vom Lehrstuhl für anorganische Chemie der TUM setzte dem noch eins drauf: Zusammen mit zwei weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU brachte er die Stimmung bei Schülern und allen Symposiumsbesuchern mit dem Experimental-Vortrag „Chemie zum Erleben“ zum Kochen.

Prof. Dr. Peter Härter vom Lehrstuhl für anorganische Chemie der TUM setzte dem noch eins drauf: Zusammen mit zwei weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU brachte er die Stimmung bei Schülern und allen Symposiumsbesuchern mit dem Experimental-Vortrag „Chemie zum Erleben“ zum Kochen.

Chemie-Stadt Burghausen vergab Doppelpreis für bahnbrechende Biochemie-Forschung und engagierte Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses -

Burghausen. Die Preisträger des am Donnerstag, 20. Oktober 2011, im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums „DICHEM“ verliehenen Burghauser „Chemistry Award 2011“ sind Professor Dr. Arne Skerra (TU München) und Studiendirektorin Waltraud Habelitz-Tkotz (Emil-von Behring-Gymnasium Spardorf): Skerra wurde für seine weltweit Aufsehen erregenden Forschungsarbeiten zur „Naturkonstante der Proteinentfaltung“, Habelitz-Tkotz für ihr deutschlandweit anerkanntes schulpädagogisches Engagement im Bereich des gymnasialen Chemieunterrichts ausgezeichnet.

Prof. Dr. Skerra (50) ist seit 1998 Ordinarius am Lehrstuhl für Biologische Chemie der Technischen Universität München und forscht im Bereich der molekularen Biotechnologie auf dem Gebiet des Protein-Engineering. Für die Entwicklung der Anticaline, einer neuen Klasse von Rezeptorproteinen mit antikörperähnlichen Eigenschaften, wurde Skerra mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis ausgezeichnet. Im Rahmen seines DICHEM-Symposiums-Vortrags  „Von der Chemie zur Biotechnologie durch Protein-Design“ erläuterte Skerra die bereits erfolgreich verlaufenden klinischen Prüfungen des Anticalin-Wirkstoffes auf dem Gebiet der Tumortherapie. Seine international bahnbrechenden Arbeiten zur „Naturkonstante der Proteinentfaltung“ haben einen entscheidenden Baustein in der modernen Biologischen Chemie gesetzt, praktische Anwendungen in der Medizin ergeben sich bereits z. B. bei der Behandlung von Proteinfaltungskrankheiten wie Alzheimer, Creutzfeld-Jakob oder BSE. Der Chemistry Award 2011 der Stadt Burghausen ist für Prof. Skerra mit einem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro verbunden.

Studiendirektorin Waltraud Habelitz-Tkotz (48), Diplombiologin, ist als Seminarlehrerin für Chemie am Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf bei Erlangen tätig und gilt deutschlandweit als profilierte Pädagogin. Als Fachautorin mit dem Themenschwerpunkt Chemie trägt sie dazu bei, nachhaltige Begeisterung für die Naturwissenschaften in der Schule zu wecken und zu fördern. Dabei pflegt sie den kontinuierlichen Austausch mit der aktuellen empirischen Bildungsforschung a. a. im Rahmen des SINUS-Programms (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts). Die Stadt Burghausen ehrte dieses Engagement im Rahmen des Chemistry Award 2011 mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.

Bedeutung der Chemie nach außen tragen

„Während beim ersten Burghauser Chemistry-Award im Jahr 2007 mit Prof. Daniel Nocera ein international renommierter Wissenschaftler und Nobelpreisträger aus Amerika geehrt wurde, haben wir im Chemistry-Award 2011 sowohl die Wissenschaft und Forschung, als auch die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Bildung in den Schulen Bayerns und insbesondere im Bereich des Bayerischen Chemiedreiecks hervorgehoben, denn die Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie ist eng verflochten mit dem Ausbildungsgrad des bestehenden und künftigen Personals“, erklärte Bürgermeister Hans Steindl bei der Preisvergabe, die er zusammen mit dem Präsidenten der TU München (TUM), Prof. Dr. Dr. Wolfgang A. Hermann, Bayerns Staatsminister Dr. Marcel Huber und dem Vorstandsvorsitzenden der Wacker Chemie AG, Dr. Rudolf Staudigl, vornahm. Steindl: „Die Stadt Burghausen will als wirtschaftliches Zentrum des Bayerischen Chemiedreiecks durch diesen innovativen Chemistry-Award die Bedeutung der Chemie für Stadt und Region nach außen tragen und im Bewusstsein der Menschen verankern!“

Wissenschaftliches Forschungszentrum für Burghausen gefordert

Ebenso wie Bürgermeister Steindl verbanden TUM-Präsident Prof. Dr. Hermann und Wacker-Vorstandsvorsitzender Dr. Staudigl die Laudatio für die Preisträger mit einem Appell an die bayerische Staatsregierung, die Stadt Burghausen – „in einer der wichtigsten deutschen Wirtschaftsregionen“ – bei der Etablierung eines Forschungs- und Wissenschaftszentrums, eines Study & Research Center, unter anderem mit dem Fokus auf Speichermedien für elektrische Energie, massiv zu unterstützen. „Angesichts der Herausforderungen für die Speicherung der Energie aus regenerativen Quellen und des immer spürbarer werdenden Fachkräftemangels ist so ein Institut zum Transfer von wissenschaftlichem Nachwuchs, Technologie und Bildung für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Burghausen und für den Chemielandkreis Altötting, dringend notwendig“, so die Laudatoren unisono.

Staatsminister Dr. Marcel Huber würdigte den „Chemistry Award“ Burghausen als „großartige Idee“ und bedankte sich im Namen der bayerischen Staatsregierung für dieses Engagement der Stadt. Die Preisvergabe an Waltraud Habelitz-Tkotz, „eine Powerfrau der Chemie“ bezeichnete er als Anerkennung für „beste Vorbereitung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Bayern“. Solche Lehrerinnen wie Habelitz-Tkotz brauche das Land.  

Enorme Defizite in naturwissenschaftlicher Bildung

Dem Festakt zur Verleihung des Chemistry Awards auf der Dürnitz der Burghauser Burg vorangegangen war das wissenschaftliche Symposium „DICHEM“ mit dem Schwerpunkt der naturwissenschaftlichen Nachwuchsförderung sowie Problemfeldern auf diesem Gebiet in Deutschland und international: Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der TUM School of Education, Susanne-Klatten-Stiftungslehrstuhl für Empirische Bildungsforschung, (Thema „MINT Nachwuchsförderung in der Breite und in der Spitze“) zeigte anhand empirisch belegter Forschungsergebnisse enorme Defizite im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung und der Akzeptanz durch die Gesellschaft auf: So interessieren sich z. B. über 40 Prozent der deutschen Gymnasiasten nicht für die Naturwissenschaften. Eine gefährliche Entwicklung, die dem Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig Schaden bereiten werde.

In ihrem Beitrag  „Die Zukunft Bayerns hat schon begonnen“ belegte Preisträgerin Waltraud Habelitz-Tkotz „erschreckende  Mängel“ in den deutschen und bayerischen Weiterbildungseinrichtungen für Lehrkräfte von naturwissenschaftlichen Fächern und mahnte schnelle Veränderungen der Schul- und Bildungslandschaft an. Vor rund begeisterten 200 Schülern aus Gymnasien der Stadt und Region zeigte die Studiendirektorin mit dem Vortrag Feuer und Flamme für die Chemie“ eindrucksvoll, wie man das Interesse des schulischen Nachwuchses für die Naturwissenschaft mit engagiertem und anschaulichem Chemieunterricht wecken kann. Prof. Dr. Peter Härter vom Lehrstuhl für anorganische Chemie der TUM setzte dem noch eins drauf: Zusammen mit zwei weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU brachte er die Stimmung bei Schülern und allen Symposiumsbesuchern mit dem Experimental-Vortrag „Chemie zum Erleben“ zum Kochen.

Wirtschaftsstandort Burghausen im Profil: Als eines der erfolgreichsten Wirtschafts- und Innovationszentren Bayerns im Bayerischen Chemiedreieck – ChemDelta Bavaria – ist Burghausen mit seiner modernen Infrastruktur Stammsitz großer Chemieunternehmen und mit rund 11.000 Chemie-Beschäftigten bedeutendster Standort des Chemiedreiecks. Hier befinden sich neben dem weltweit größten Standort der Wacker Chemie AG weitere international operierende Unternehmen wie z. B. OMV Deutschland GmbH, Borealis Polymere GmbH sowie Produktionsstandorte der Linde AG und der Vinnolit GmbH & Co. KG.

Mit einer Exportrate von 80 Prozent in weltweite Märkte werden die überwiegend am Standort entwickelten innovativen Chemie- und Raffinerieprodukte vertrieben – wie zum Beispiel Polysilicium für die Photovoltaik, Siliciumwafer für die Mikroelektronik, Silikone für die Automobil- und Textilindustrie, Polymere für die Bauindustrie, Cyclodextrine für die pharmazeutische Industrie oder auch Jet-Benzin für Flugzeuge.

Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Burghausen mit ihren ca. 19.000 Einwohnern beträgt jährlich rund 9 Milliarden Euro, das hauptsächlich mit Chemie- und Petrochemie-Produkten erwirtschaftet wird sowie mit der Wirtschaftsleistung einer Vielzahl an mittelständischen Handels-, Gewerbe- und Industriebetrieben, Dienstleistern und Zulieferern. Die Burghauser Wirtschaft stellt derzeit 17.100 Arbeitsplätze. Mit über 13.000 Einpendlern aus ganz Südostbayern und dem angrenzenden Oberösterreich ist der Standort Burghausen wichtigster Arbeitgeber der Region zwischen München und Passau, Landshut und Salzburg. 

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