14 Prozent Umsatzeinbruch bei Siltronic AG gegenüber 2023: Nachfrageschwäche prägt das Ergebnis im ersten Halbjahr 2024

(25.07.2024)

Umsatz im ersten Halbjahr 2024 gegenüber dem Vergleichszeitraum um 14,0 Prozent auf 694,8 Mio. Euro gesunken, zweites Quartal mit 351,3 Mio. Euro um 2,3 Prozent über Vorquartal – Prognose für 2024: Konzernumsatz im hohen einstelligen Prozentbereich unter Vorjahr; EBITDA-Marge zwischen 23 und 25 Prozent und damit am oberen Ende der im April genannten Bandbreite

München/Burghausen. Der Geschäftsverlauf der Siltronic AG (MDAX/TecDAX: WAF) war erwartungsgemäß auch im zweiten Quartal 2024 von der Nachfrageschwäche im Wafermarkt geprägt, die aus weiterhin erhöhten Lagerbeständen in der Chipindustrie resultiert. Der Halbjahresumsatz lag aufgrund der geringeren abgesetzten Waferfläche mit EUR 694,8 Mio. deutlich unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (H1 2023: EUR 808,2 Mio.). Mit EUR 351,3 Mio. übertraf der Umsatz im zweiten Quartal 2024 jedoch das Vorquartal (Q1 2024: EUR 343,5 Mio.) leicht um 2,3 Prozent.

„Das zweite Quartal verlief im Rahmen der Erwartungen. Positiv ist, dass die Endmärkte, unter anderem getrieben durch Künstliche Intelligenz, bereits in diesem Jahr wieder ein Wachstum verzeichnen werden. Dies spiegelt sich wegen der nach wie vor erhöhten Bestandssituation allerdings noch nicht in unserer Auftragslage wider. Erfreulich ist, dass wir im zweiten Quartal unseren Umsatz gegenüber dem Vorquartal leicht steigern und weiterhin eine solide EBITDA-Marge von 25,8 Prozent erzielen konnten“, kommentiert Dr. Michael Heckmeier, CEO der Siltronic AG die Entwicklung.

Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2024 beeinflusst von Nachfrageschwäche, Verkaufspreise nahezu stabil
Im zweiten Quartal 2024 erzielte Siltronic einen Umsatz von EUR 351,3 Mio. und lag damit aufgrund der gestiegenen abgesetzten Waferfläche um 2,3 Prozent über dem Vorquartal (Q1 2024: EUR 343,5 Mio.). Die Verkaufspreise waren im Quartalsvergleich nahezu unverändert. Im ersten Halbjahr 2024 wurde ein Umsatz von EUR 694,8 Mio. (H1 2023: EUR 808,2 Mio.) erzielt. Der Rückgang ist in erster Linie auf das geringere Verkaufsvolumen zurückzuführen. Preis- und Währungseffekte hatten im Halbjahresvergleich keine nennenswerten Auswirkungen.

Auf der Kostenseite haben sich im Quartalsvergleich vor allem die gestiegene abgesetzte Waferfläche und die investitionsbedingt höheren planmäßigen Abschreibungen bemerkbar gemacht. Wie erwartet wurde im zweiten Quartal ein geringer Verlust aus Währungssicherungsgeschäften im sonstigen Ergebnis verbucht. In der Folge blieb das EBITDA im zweiten Quartal 2024 trotz leicht gestiegener Umsatzerlöse mit EUR 90,6 Mio. nahezu unverändert gegenüber dem Vorquartal (Q1 2024: EUR 90,8 Mio.). Die EBITDA-Marge lag mit 25,8 Prozent weiterhin auf einem soliden Niveau (Q1 2024: 26,4 Prozent). Im Halbjahresvergleich sank das EBITDA vor allem aufgrund der geringeren Nachfrage auf EUR 181,4 Mio. (H1 2023: EUR 243,8 Mio.) und erreichte eine Marge von 26,1 Prozent (H1 2023: 30,2 Prozent).

Der Kostenrückgang aufgrund der niedrigeren Verkaufsmenge wurde durch eine geringere Fixkostenverdünnung abgeschwächt, und auch im Halbjahresvergleich hat sich ein geringeres Währungssicherungsergebnis bemerkbar gemacht. Zudem verzeichnete das erste Halbjahr 2024 gestiegene planmäßige Abschreibungen.

Der Periodengewinn sank im Quartalsvergleich von EUR 27,7 Mio. im ersten Quartal 2024 auf EUR 22,4 Mio. im zweiten Quartal und im Halbjahresvergleich von EUR 133,9 Mio. im ersten Halbjahr 2023 auf EUR 50,1 Mio. im ersten Halbjahr 2024. Neben den oben beschriebenen Effekten trug ein investitionsbedingt geringeres Finanzergebnis zu der Reduzierung bei. Das Ergebnis je Aktie erreichte EUR 0,73 im zweiten Quartal 2024 und EUR 1,59 im ersten Halbjahr 2024.

Vermögens- und Finanzlage weiter von hohen Investitionen geprägt
Mit einer Eigenkapitalquote von 46,5 Prozent zum 30. Juni 2024 verfügt Siltronic unverändert über eine gute Bilanzqualität (31. Dezember 2023: 46,6 Prozent). Die liquiden Mittel und die kurzfristigen Geldanlagen sind im ersten Halbjahr um EUR 129,5 Mio. auf EUR 327,4 Mio. gesunken. Grund dafür sind die Netto-Auszahlungen für Investitionen in Höhe von EUR 411,2 Mio. mit dem Fokus auf die neue 300 mm Fabrik in Singapur und die Ausschüttung der Dividende in Höhe von EUR 36,0 Mio. an die Aktionäre der Siltronic AG. Den Auszahlungen stehen im gleichen Zeitraum Einzahlungsüberschüsse in Höhe von EUR 171,4 Mio. aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit sowie Einzahlungen durch die Teilziehung eines Kredits von EUR 150,0 Mio. gegenüber. Aufgrund der hohen Investitionen fiel der Netto-Cashflow mit EUR -252,8 Mio. erwartungsgemäß negativ aus. Entsprechend erhöhte sich auch die Nettofinanzverschuldung gegenüber dem 31. Dezember 2023 um insgesamt EUR 283,5 Mio. auf EUR 639,2 Mio.

Ausblick für das Jahr 2024 konkretisiert
Der Vorstand der Siltronic AG konkretisiert seine Ende April 2024 veröffentlichte Prognose und erwartet nun einen Konzernumsatz, der im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem des Vorjahres liegen wird. Dies ist mit Blick auf das Geschäftsjahr 2024 vor allem auf reduzierte Mengen und zudem auf jeweils leicht negative Wechselkurs- (EUR/USD 1,10), Preis- und Produktmixeffekte zurückzuführen. Die EBITDA-Marge wird mit 23 bis 25 Prozent am oberen Ende der zuvor kommunizierten Bandbreite erwartet. Dabei wird die EBITDA-Marge des zweiten Halbjahres nicht mehr das Niveau des ersten Halbjahres erreichen. Leicht negative Preis- und Produktmixeffekte sowie die ab dem vierten Quartal ergebnisrelevanten Ramp-Kosten der neuen Fabrik in Singapur werden die Profitabilität der zweiten Jahreshälfte beeinflussen. Zudem stehen im vierten Quartal planmäßige Wartungsarbeiten in einer Produktionslinie an, die mit Bestandsreduzierungen überbrückt und somit ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Marge haben werden. Die Investitionen werden in einer Bandbreite von EUR 500 Mio. bis EUR 530 Mio. und die Abschreibungen unter EUR 300 Mio. erwartet.

Siltronic AG im Profil:
Als einer der führenden Waferhersteller ist Siltronic global ausgerichtet und unterhält Produktionsstätten in Asien, Europa und den USA. Siliziumwafer sind die Grundlage der modernen Halbleiterindustrie und die Basis für Chips in allen Anwendungsbereichen der Elektronik – von Computern über Smartphones bis hin zu Elektroautos und Windkraftanlagen. Die Siltronic AG beschäftigt rund 4.500 Mitarbeiter weltweit und ist seit 2015 im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet. Die Aktien der Siltronic AG sind in den beiden Börsenindices MDAX und TecDAX vertreten.
Am Siltronic-Standort Burghausen sind ca. 1.600 Mitarbeitende mit der Herstellung, dem Vertrieb, dem weltweiten Versand und mit der Weiterentwicklung der innovativen Scheiben mit einem Durchmesser bis 300 mm beschäftigt.

Von: http://www.siltronic.com

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Am Siltronic-Standort Burghausen sind ca. 1.600 Mitarbeitende mit der Herstellung, dem Vertrieb, dem weltweiten Versand und mit der Weiterentwicklung der innovativen Scheiben mit einem Durchmesser bis 300 mm beschäftigt. (Foto: Siltronic)