1 Mrd. Euro Investition: Energiekonzern RWE will in Burghausen zwei H2-ready-Gaskraftwerke errichten

(14.11.2025)

Meilenstein für die Burghauser Industrieentwicklung und das Bayerische Chemiedreieck – Öffentliche Vorstellung des RWE-Projekts bei Stadtratssitzung am 19. November

Burghausen. Der Energiekonzern RWE beabsichtigt in Burghausen zwei sogenannte H2-ready-Kraftwerke zu errichten: ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk mit 800 Megawatt (MW) und ein Peaker-Kraftwerk mit 150 MW Leistung. Zunächst sollen die Anlagen mit Gas betrieben werden, doch auch ein Wasserstoffbetrieb ist später möglich. Über die Investitionshöhe liegen derzeit noch keine Angaben vor. In einer Stadtratssitzung kommenden Mittwoch, 19. November, werden Projekt-Details von RWE öffentlich vorgestellt. „Die Lage ist ernst. Der Vorstoß von RWE ist ein wichtiges Signal für die ansässige Industrie, dass wir auch in Zukunft die nötige Energie für die Produktion am Industriestandort Burghausen bereitstellen können“, betont Bürgermeister Florian Schneider.

Der Energiekonzern RWE mit Sitz in Essen beabsichtigt neben dem Gelände des Burghauser Güterterminals zwei sogenannte H2-ready-Kraftwerke zu errichten. Beide Gaskraftwerke sollen nicht nur mit Erdgas, sondern auch mit Wasserstoff oder einer Mischung aus beiden betrieben werden können. Geplant sind ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk mit etwa 800 MW Leistung und ein Peaker-Kraftwerk mit rund 150 MW Leistung. Das Gelände mit rund zehn Hektar Größe befindet sich im Besitz der stadteigenen Wirtschaftsbeteiligungs GmbH (WiBG), die die Fläche für die geplante Bebauung zur Verfügung stellt. Die entsprechende Ausgleichsfläche sei ebenfalls bereits gefunden, wie Burghauses Bürgermeister Florian Schneider in der letzten Bauausschuss-Sitzung der Stadt am vergangenen Mittwoch informierte.Schneider zeigte sich hoch erfreut und positiv eingestellt gegenüber den RWE-Plänen. Die Bedeutung des Vorhabens für den Industriestandort Burghausen und für  das gesamte Bayerische Chemiedreieck, das ChemDelta Bavaria, wertete er als „gutes Zeichen für die Energiewende, die Netzstabilität und die Verfügbarkeit von Energie“.

„Alle Faktoren sprechen für diesen Standort“
Die Vorteile, die der Standort Burghausen und das Gelände am Güterterminal bieten würden, begründen sich laut Bürgermeister Schneider in mehreren Faktoren: „Die Abnehmer der Industrie befinden sich direkt nebenan, die 110-kV-Leitung verläuft direkt über das Grundstück, die 380-kV-Leitung führt gleich daneben vorbei. Auch die Erdgasleitung kreuzt an dieser Stelle.“ Zudem treibe der österreichische Energiekonzerns RAG Austria gleich in der Nähe Wasserstoffliefer- und -Speicher-Projekte voran, was für den späteren Wasserstoff-Betrieb der Anlagen interessant werden dürfte. „Alle Faktoren sprechen für diesen Standort“, so Schneider. Zudem seien für die Anbindung keine weiteren Infrastrukturmaßnahmen und Eingriffe in die Natur mehr nötig. 

Öffentliche Vorstellung der RWE-Pläne am 19.11.2025
Für die Genehmigung der Kraftwerksbauten muss zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden, daher ist auch der Bauausschuss der Stadt involviert. Das Verfahren wird nun im Stadtrat weitergeführt. Vertreter von RWE und ChemDelta Bavaria werden in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrats am Mittwoch, 19. November 2025, um 14 Uhr im Helmbrechtsaal, Details bekannt geben: So wird die „RWE Generation SEA“ ihr geplantes Bauvorhaben zur Errichtung zweier wasserstofffähiger Kraftwerke im Burghauser Wald vorstellen. Nach aktueller Planung wird in der Stadtratssitzung am 19.11.2025 außerdem ein Vertreter von ChemDelta Bavaria anwesend sein, um die neue Studie zum Energiebedarf der regionalen Industrie vorzustellen.

Bürgermeister Florian Schneider unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens: „Die Lage ist ernst. Der Vorstoß von RWE ist ein wichtiges Signal für die ansässige Industrie, dass wir auch in Zukunft die nötige Energie für die Produktion am Industriestandort Burghausen bereitstellen können. Es muss jetzt auch zügig vorangehen. Für mich ist es der Burghauser Beitrag zur Energiewende, die wir dringend für den Standort brauchen.“

Das Bayerische Chemiedreieck/ChemDelta Bavaria rund um Burghausen zählt zu den bedeutendsten Industriestandorten Bayerns. Es umfasst mehrere große Produktionsbetriebe der chemischen und petrochemischen Industrie sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen und Zulieferbetriebe. In der Region entstehen hochwertige Spezialchemikalien, Kunststoffe, Halbleitermaterialien und Vorprodukte für internationale Märkte. Eine verlässliche Energieversorgung ist für den durchgängig energieintensiven Produktionsverbund von zentraler Bedeutung. So wird unter anderem am Standort Burghausen von Wacker Chemie polykristallines Silicium (Polysilizium) hergestellt – eines der reinsten von Menschen produzierten Materialien überhaupt. www.chemdelta-bavaria.de

Von: http://www.burghausen.de

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Der Energiekonzern RWE beabsichtigt neben dem Burghauser Güterterminal, in unmittelbarer Nähe zu den potentiellen Strom-Abnehmern des Chemie- und Raffinerie-Standorts, zwei sogenannte H2-ready-Kraftwerke zu errichten. Das Gelände (im Bild die ungefähren Umrisse rot umrandet) weist eine Fläche von rund zehn Hektar auf. (Foto: WiföG/Kerscher)

So ähnlich wie in Voerde (NRW) von RWE beabsichtigt, könnte das größere der beiden H2-ready-Kraftwerke künftig auch am Burghauser Standort aussehen: Die RWE AG will am Niederrhein ein wasserstofffähiges Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) bauen. Die Leistung wird mit 850 Megawatt angegeben. Die geplante Anlage auf dem Gelände des einstigen Steinkohlekraftwerks in Voerde. (Visualisierung: RWE)