Umsatz bei 1,347 Mrd. Euro, damit 4,7 Prozent unter Vorjahr: Siltronic AG hat Ziele für 2025 trotz dämpfender Einflüsse erreicht
(03.02.2026)
Vorläufige Finanzzahlen bekannt gegeben: EBITDA bei 317 Mio. Euro, EBITDA-Marge erreicht 23,5 Prozent (Prognose 2025: 22 bis 24 Prozent) – Positiver Volumenentwicklung stehen negative Effekte aus Preisen, Produktmix und Wechselkursen entgegen
München/Burghausen. Die Siltronic AG hat nach Vorlage vorläufiger, noch nicht testierter Zahlen die Jahresziele für 2025 erreicht. Wie das Unternehmen mit großem Produktionsstandort in Burghausen (ca. 1.500 Arbeitsplätze) heute bekanntgab, realisierte Siltronic einen vorläufigen Umsatz von 1,347 Mrd. Euro und lag damit 4,7 Prozent unter dem Vorjahreswert (2024: 1,413 Mrd.) Euro. Der Umsatzrückgang entspricht dem prognostizierten mittleren einstelligen Prozentbereich.
Die Pressemitteilung im Wortlaut:
Die verkaufte Waferfläche entwickelte sich im Berichtsjahr positiv und lag über dem Niveau des Vorjahres. Unterstützt wurde die Volumenentwicklung vor allem von der im Jahresverlauf anziehenden Marktdynamik in den Endmärkten und der dadurch bedingten erstarkten Nachfrage nach 300 mm‑Produkten. Demgegenüber stand die Schließung der SD-Linie (Fertigung von epitaxierten und polierten Wafer mit einem Durchmesser von bis zu 150 mm in Burghausen) im Laufe des Jahres 2025, die mehr als ein Drittel zur negativen Umsatzabweichung beigetragen hat. Zudem wirkten weiterhin erhöhte Lagerbestände im Bereich der 200 mm-Produkte, Preiseffekte außerhalb bestehender Langfristverträge sowie die Abwertung des US-Dollars im Jahresverlauf belastend auf das Umsatzniveau.
Somit sank das vorläufige EBITDA auf EUR 317 Mio. (2024: EUR 363,8 Mio.). Die EBITDA-Marge erreichte einen soliden Wert von 23,5 Prozent (2024: 25,8 Prozent) und lag damit innerhalb des erwarteten Zielkorridors von 22 bis 24 Prozent.
„Dank der konsequenten Umsetzung unserer Strategie und der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen haben wir unsere Ziele für 2025 erreicht. Nachfrageimpulse in vielen Teilen der Endmärkte – insbesondere KI-getrieben – wirkten unterstützend, während Preiseffekte und Produktmix das Umfeld weiterhin belasteten. Ohne Schließung der SD-Linie und Wechselkurseffekten lägen wir beim Umsatz operativ auf Vorjahresniveau – das ist angesichts der Herausforderungen eine starke Leistung“, kommentiert Dr. Michael Heckmeier, Vorstandsvorsitzender der Siltronic AG.
Die Herstellungskosten stiegen im Jahresvergleich aufgrund des erhöhten Wafervolumens und der gestiegenen Abschreibungen (EUR 343 Mio., 2024: EUR 238,5 Mio.), insbesondere durch den Start der Abschreibungen für wesentliche Teile unserer neuen Fabrik in Singapur ab August 2025. Reduzierend wirkten auf die Herstellungskosten unter anderem eine verbesserte Fixkostenverdünnung sowie positive Effekte aus Kostensenkungsmaßnahmen. Insgesamt war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit EUR -26 Mio. (2024: EUR 125,2 Mio.) wie erwartet deutlich rückläufig. Die vorläufige EBIT-Marge lag bei -2,0 Prozent, nach 8,9 Prozent im Jahr 2024.
Verbesserung des Netto-Cashflows aufgrund gesunkener Investitionen
Trotz einer weiterhin starken Investitionstätigkeit im Zusammenhang mit der neuen Fabrik in Singapur sind die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen vorläufig deutlich auf EUR 369 Mio. zurückgegangen (2024: EUR 523,4 Mio.). Infolgedessen verbesserte sich auch der Netto-Cashflow auf EUR -85 Mio. (2024: EUR -297,0 Mio.). Die Nettofinanzverschuldung betrug zum 31. Dezember 2025 vorläufig EUR 837 Mio.
(2024: EUR 733,5 Mio.).
Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2025
Der vorläufige Umsatz von EUR 372 Mio. im Schlussquartal 2025 lag signifikant über dem Niveau des dritten Quartals (EUR 300,3 Mio.). Dies ist auf Lieferverschiebungen aus dem dritten Quartal 2025 und von Anfang 2026 in das vierte Quartal 2025 zurückzuführen.
Infolgedessen erhöhte sich auch das EBITDA im vierten Quartal 2025 auf vorläufig EUR 86 Mio. (Q3 2025: EUR 65,8 Mio.). Die EBITDA-Marge lag nach vorläufigen Berechnungen bei 23,3 Prozent (Q3 2025: 21,9 Prozent). Das EBIT belief sich auf vorläufige EUR -34 Mio. (Q3 2025: EUR -31,4 Mio.). Die Investitionen des vierten Quartals lagen nach vorläufigen Berechnungen bei EUR 62 Mio. (Q3 2025: EUR 85,5 Mio.).
Der vorläufige Netto-Cashflow des vierten Quartals verbesserte sich im Quartalsvergleich deutlich auf EUR 102 Mio. (Q3 2025: EUR -30,6 Mio.). Dies ist neben einem verbesserten operativen Cashflow hauptsächlich auf zeitliche Verschiebungen zwischen der Bilanzierung der Investitionen und dem späteren Zahlungszeitpunkt Anfang 2026 sowie auf im vierten Quartal erhaltene Investitionszuschüsse zurückzuführen.
Belastungsfaktoren werden 2026 voraussichtlich anhalten
Siltronic rechnet für 2026 weiterhin mit einem anspruchsvollen Marktumfeld, das durch Preisdruck außerhalb von Langfristverträgen sowie negativen Wechselkurseffekten geprägt sein wird. Während die Endmärkte im 300 mm-Bereich wachsen, steht der 200 mm-Bereich auch in diesem Jahr wegen weiterhin erhöhter Lagerbestände noch unter Druck. Die genannten Lieferverschiebungen von Anfang 2026 in das vierte Quartal 2025 werden sich zusätzlich auf die Entwicklung, insbesondere im ersten Halbjahr, auswirken. Außerdem wird der Effekt aus der Schließung der SD-Linie auf den Umsatz erstmalig für das gesamte Jahr einfließen. Wie sich diese Faktoren auf die noch zu beschließende Prognose 2026 auswirken werden, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Das Unternehmen richtet seinen Fokus unverändert auf die Fortführung der Kostenmaßnahmen, aktives Cash-Management sowie ein diszipliniertes Investitionsmanagement, ohne dabei seine strategische Positionierung als einer der führenden Anbieter von High-Tech Waferlösungen aus den Augen zu verlieren. Nach Abschluss der Beurteilung der Auswirkung der vorgenannten Belastungsfaktoren auf das laufende Geschäftsjahr wird das Unternehmen seine Prognose für 2026 veröffentlichen