H2-Reallabor Burghausen: Technologie-Transfer von Wissenschaft zu Industrie beginnt
(13.03.2026)
Rund 100 Forschende beim dritten Jahrestreffen des Projekts „H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria“ - Noch heuer werden sieben Labor-Container im ChemDelta Bavaria in Betrieb genommen und im Industriealltag getestet
Burghausen. Noch bis März 2027 läuft es – das mit knapp 60 Millionen Euro ausgestattete Projekt „H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria“. Nun stand beim dritten Jahrestreffen der Projektteilnehmer der aktuelle Stand ihrer acht Arbeitspakete im Fokus: „Wir machen insgesamt sehr gute Fortschritte“, bilanziert Reallabor-Gesamtprojektleiter Dr. Christian Hackl, „noch heuer werden sieben Labor-Container von den beteiligten Hochschulen aufgebaut und zu unseren ChemDelta-Industriepartnern transportiert, um dort in Betrieb genommen und im harten Industriealltag getestet zu werden“.
Das im April 2023 gestartete Reallabor-Projekt hat die Entwicklung neuer Technologien zum Ziel, um Wasserstoff als stoffliche Basis in der chemischen Industrie zu nutzen. Gefördert wird das vier Jahre laufende Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Raumfahrt und Technologie (BMFTR) mit insgesamt fast 40 Millionen Euro, das Gesamtbudget liegt bei über 60 Mio. Euro.
Fast 100 Forscherinnen und Forscher der acht Reallabor-Arbeitspakete aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen zum Jahrestreffen im oberbayerischen Burghausen, im Zentrum des „ChemDelta Bavaria“, zusammen. Begrüßt wurden sie im Audimax des Campus Burghausen der TH Rosenheim von Gesamtprojektleiter Dr. Christian Hackl (Reallabor Burghausen – ChemDelta gGmbH), von Burghausens Bürgermeister Florian Schneider und vom Leiter des Burghauser Werks der Wacker Chemie AG, Dr. Peter von Zumbusch. Als Vertreter des PTJ (Projektträger Jülich) nahm Dr. Marius Kölbel am Projekttreffen teil.
„Sehr gute Fortschritte“
Spannende „Status-Updates“ und der gegenseitige fachliche Austausch standen dabei im Mittelpunkt für die Forschenden. Diese kommen von zwölf Lehrstühlen der TU München und sechs Fachrichtungs-Professuren der Hochschulen TH Rosenheim und OTH Regensburg, von derzeit elf Partnerfirmen aus der Industrie sowie von drei Forschungseinrichtungen. Das Gesamtprojekt mache sehr gute Fortschritte, so Dr. Hackl, aber das Ausscheiden von zuletzt zwei Projektpartnern von kleineren Unternehmen, die aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ihren Ausstieg aus dem Projekt H2-Reallabor Burghausen ChemDelta Bavaria erklären mussten, sei eine Herausforderung: „Wir müssen neue, mindestens ebenso so gut qualifizierte neue Partner als Ersatz finden, welche die zu Beginn des Projekts definierten Aufgaben der ausgeschiedenen beiden Partner übernehmen können“, informiert Dr. Hackl.
Doch ein großer Meilenstein des Burghauser Reallabor-Projekts, der Wissens- und Technologietransfer zum praktischen Test unter realen Industriebedingungen, wird heuer noch erreicht: Sieben Labor-Container werden aktuell u.a. bei den Hochschulpartnern wie der TU München und der TH Rosenheim konzipiert, engineert und gebaut. „Momentan erfolgt die Bestellung der verschiedenen Komponenten bzw. Aufbau und Ausstattung der sieben Containern“, berichtet Dr. Hackl. Nachfolgend werden diese dann schrittweise hochgefahren und in Betrieb genommen. Nach erfolgreicher Testung werden die Labor-Container zu den Industriepartnern in der Region, z. B. Wacker Chemie oder Chemiepark Gendorf, transportiert und dort findet der eigentliche Test unter den harten Industriebedingungen statt und natürlich auch eine entsprechende Optimierung. „Das ist Technologietransfer im wahrsten Sinne des Wortes“, zeigt sich Dr. Hackl begeistert. – mko
Das Projekt H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria (H2 steht für Wasserstoff) wird mit aktuell rund 40 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das ihm angeschlossene FONA „Forschung für Nachhaltigkeit“ (Eine Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung) im Zeitraum von April 2023 bis März 2027 gefördert: Damit sollen neue Technologien entwickelt und zur Marktreife geführt werden, um Wasserstoff insbesondere als stoffliche Basis in der chemischen Industrie zu nutzen.
www.reallabor-burghausen.de/h2-reallabor/
Reallabor Burghausen - ChemDelta Bavaria gGmbH: Die Gesamtleitung des Projekts H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria liegt bei der Reallabor Burghausen - ChemDelta Bavaria gGmbH, die 2021 von der Stadt Burghausen, dem Landkreis Altötting sowie sechs weiteren Gesellschaftern aus der Chemieindustrie und der Logistik als gemeinnützige Gesellschaft gegründet wurde, um innovative und nachhaltige Lösungen für die Transformation der Region ChemDelta Bavaria hin zur Wasserstoffwirtschaft zu erforschen.
www.reallabor-burghausen.de
ChemDelta Bavaria: Das bayerische Chemiedreieck im südöstlichen Oberbayern gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des High-Tech-Standorts Bayern und zu den bedeutenden Chemieregionen Europas. Die rund 25 Unternehmen der chemischen Industrie beschäftigen direkt mehr als 20.000 Menschen und erwirtschaften ein Gesamtumsatzvolumen von rund 12 Mrd. Euro. Das entspricht rund 50 Prozent aller Chemiebeschäftigten in Bayern und über sechs Prozent des deutschen Chemieumsatzes.
www.chemdelta-bavaria.de