Siltronic schließt erstes Quartal 2026 im Rahmen der Erwartungen ab: Umsatzrückgang um 17,5 Prozent auf 306,5 Mio. Euro
(29.04.2026)
EBITDA-Marge reduzierte sich gegenüber Vorquartal von 23,3 Prozent auf 21,2 Prozent – Prognose für 2026 bestätigt
München/Burghausen. Das erste Quartal 2026 der Siltronic AG (SDAX/TecDAX: WAF) verlief im Rahmen der kommunizierten Erwartungen. So lag der Umsatz mit EUR 306,5 Mio. deutlich unter dem Niveau des vierten Quartals 2025 (EUR 371,6 Mio.). Die EBITDA-Marge belief sich auf 21,2 Prozent.
„Der Start in das Geschäftsjahr 2026 fiel wie erwartet verhalten aus. Erfreulich ist, dass sich das Wachstum in den KI-getriebenen Endmärkten weiter verstärkt hat. Die Kapazitätsengpässe unserer Kunden im Bereich Speicherchips sowie die anhaltend hohen Lagerbestände bei 200 mm-Produkten dämpfen jedoch die Euphorie. Geopolitische Unsicherheiten durch die Geschehnisse im Nahen Osten haben aktuell noch keine direkten Auswirkungen auf unser Geschäft. Insgesamt präsentieren sich die Endmärkte robust, gleichwohl beobachten wir die Lage sehr aufmerksam“, kommentiert Dr. Michael Heckmeier, CEO der Siltronic AG, die Entwicklung.
Geschäftsentwicklung Q1 2026
Siltronic erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von EUR 306,5 Mio., und lag damit um 17,5 Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2025 (EUR 371,6 Mio.). Diese Entwicklung ist zum einen auf eine deutliche Reduktion der verkauften Waferfläche im Vergleichszeitraum zurückzuführen. Im Vorquartal verzeichnete Siltronic infolge von Lieferverschiebungen vom dritten Quartal 2025 sowie von Anfang 2026 in das Schlussquartal 2025 eine hohe Absatzmenge. Zum anderen wirkten sich im ersten Quartal 2026 Produktmixeffekte negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Der EUR/USD-Wechselkurs war im Berichtszeitraum mit durchschnittlich 1,17 im Vergleich zum Vorquartal (Q4 2025: 1,16) nahezu stabil und hatte daher keinen nennenswerten Einfluss auf den Umsatz.
Die Herstellungskosten sanken gegenüber dem vierten Quartal 2025 um 10,5 Prozent auf EUR 332,7 Mio. Ausschlaggebend für die Reduktion war die verringerte verkaufte Waferfläche, die zu einer niedrigeren Fixkostenverdünnung führte. Dadurch sank die Bruttomarge von -0,1 Prozent (Q4 2025) auf -8,5 Prozent im ersten Quartal 2026.
Die Aufwendungen für Vertrieb, Verwaltung, Forschung und Entwicklung sind im sequenziellen Quartalsvergleich um EUR 2,6 Mio. gestiegen. Die im Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ausgewiesenen Währungseffekte inklusive Sicherungsgeschäften, unter anderem zur Absicherung einer Ölpreiskomponente in Stromlieferverträgen, beliefen sich auf EUR 11,4 Mio., nach EUR 2,7 Mio. im vierten Quartal 2025.
Infolge des rückläufigen Umsatzes erreichte das EBITDA in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres EUR 65,1 Mio. und lag damit erwartungsgemäß deutlich unter dem Niveau des Vorquartals (EUR 86,4 Mio.). Die EBITDA-Marge verringerte sich von 23,3 Prozent auf 21,2 Prozent.
Die Geschäftsentwicklung spiegelte sich auch im EBIT wider, das sich von EUR -33,6 Mio. im vierten Quartal 2025 auf EUR -52,4 Mio. im ersten Quartal 2026 reduzierte.
Der Aufwand für Ertragsteuern ist im Quartalsvergleich deutlich auf EUR 2,6 Mio. zurückgegangen (Q4 2025: EUR 8,4 Mio.). Der höhere Steueraufwand im Vorquartal war auf die Abwertung latenter Steuern zurückzuführen.
Der Periodenverlust belief sich damit auf EUR 66,8 Mio., nach EUR 52,8 Mio. im Schlussquartal 2025. Auf die Aktionäre der Siltronic AG entfielen hiervon EUR -57,7 Mio., das Ergebnis je Aktie lag bei EUR -1,92 (Q4 2025: EUR -1,48).
Entwicklung von Eigenkapital, Netto-Cashflow und Nettofinanzverschuldung
Mit einem Eigenkapital von EUR 1.994,8 Mio. und einer Eigenkapitalquote von 42,4 Prozent zum 31. März 2026 verfügt Siltronic unverändert über eine gute Bilanzqualität (31. Dezember 2025: 42,6 Prozent).
Wie bereits kommuniziert, bestanden im ersten Quartal 2026 Zahlungsverpflichtungen aus Investitionen, die bereits 2025 bilanziert wurden. Dies führte im sequenziellen Quartalsvergleich zu einem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Der Rückgang des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit auf EUR 21,2 Mio. im Vergleich zum Vorquartal (EUR 93,6 Mio.) ist neben der bereits beschriebenen Reduktion des EBITDA insbesondere auf stichtagsbedingte Effekte beim Zufluss von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie weitere Working-Capital-bedingte Effekte zurückzuführen.
Im abgelaufenen Quartal tätigte Siltronic per Saldo Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 110,4 Mio. Wie erwartet überstiegen diese aufgrund der üblichen Nutzung von Zahlungszielen deutlich die Zugänge in der Bilanz (Q1 2026: EUR 47,6 Mio.). Im Vorquartal wurden die Auszahlungen für Investitionen durch den Zufluss einer Investitionsförderung in Höhe von EUR 38,2 Mio. entlastet.
Infolgedessen fielen sowohl der Free-Cashflow mit EUR -89,2 Mio. (Q4 2025: EUR 91,3 Mio.) als auch der Netto-Cashflow mit EUR -89,1 Mio. (Q4 2025: EUR 102,1 Mio.) im ersten Quartal 2026 negativ aus. Damit stieg die Nettofinanzverschuldung von EUR 836,5 Mio. zum Ende des Jahres 2025 auf EUR 935,5 Mio. zum 31. März 2026 an. Im Verlauf des zweiten Halbjahres wird ein Rückgang dieses Niveaus erwartet.
Ausblick: Prognose 2026 bestätigt
Der Vorstand von Siltronic bestätigt heute die Prognose für das Geschäftsjahr 2026, für das er insgesamt mit einem anspruchsvollen Marktumfeld rechnet. Wechselkurseffekte, anhaltender Preisdruck außerhalb bestehender Langfristverträge sowie weiterhin hohe Lagerbestände bei Kunden aus dem Power-Bereich werden sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Zusätzlich schlägt die Schließung der SD-Linie erstmals über das gesamte Geschäftsjahr hinweg zu Buche.
Demnach rechnet der Vorstand – auf Basis eines unterstellten Wechselkurses von EUR/USD 1,18 (2025: EUR/USD 1,13) – mit einem Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahresniveau (2025: EUR 1.346,7 Mio.). Auf vergleichbarer Basis, d. h. um Wechselkurseffekte und den SD‑Schließungseffekt bereinigt, läge der Umsatz im Jahr 2026 in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die EBITDA-Marge wird in einem Korridor von 20 bis 24 Prozent erwartet (2025: 23,5 Prozent). Auch die Prognosen für planmäßige Abschreibungen (EUR 490 bis 520 Mio.), EBIT (deutlich unter Vorjahr), Investitionen (EUR 180 bis 220 Mio.) und Netto-Cashflow (in der Größenordnung des Vorjahres) sind unverändert.