Wacker Chemie: Wegen Verlustsituation gibt es für Geschäftsjahr 2025 keine Dividende

(06.05.2026)

Vorstandschef Christian Hartel: „Mit Kosten- und Effizienzprogramm PACE wird Wettbewerbsfähigkeit gestärkt – Ausblick für Gesamtjahr 2026 bereits Mitte April angepasst: Umsatzprognose angehoben, EBITDA-Prognose unverändert

München/Burghausen. Die Wacker Chemie AG hat ihre  20. Ordentlichen Hauptversammlung in virtueller Form abgehalten: Die Aktionärinnen und Aktionäre nahmen mit großer Mehrheit alle Vorschläge der Tagesordnung an – einschließlich des Vorschlags für das Geschäftsjahr 2025 aufgrund der Verlustsituation keine Dividende auszuzahlen. Damit folgt Wacker seiner Dividendenpolitik, die vorsieht, rund 50 Prozent des Jahresüberschusses auszuschütten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 verwies Wacker Vorstandschef Christian Hartel in seiner Rede auf die Prognose, die das Unternehmen im Vorfeld der Vorlage der Zahlen zum 1. Quartal Mitte April angepasst hat. Hintergrund waren hier die Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten angesichts des Konflikts im Nahen Osten. Sie haben zu deutlich erhöhten Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik geführt, die zum Teil auch Wacker treffen.

„Wir geben Mehrkosten aus den gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen konsequent an unsere Kunden weiter“, erläuterte Hartel. Aus diesem Grund habe das Unternehmen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angepasst. Gerechnet wird nun mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (bisherige Prognose: niedriger einstelliger Prozentbereich). Angesichts der weiterhin bestehenden Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs bleibt die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr dagegen unverändert in der Spanne von 550 bis 700 Mio. €. „Die Volatilität in den Märkten ist derzeit hoch. Die Lage im Nahen Osten mit all ihren Auswirkungen ungewiss. Daher ist unsere Jahresprognose weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet“, betonte der Vorstandschef.

Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, stehe die Chemieindustrie vor grundlegenden Herausforderungen – insbesondere in Deutschland und Europa, erläuterte Hartel in seiner Rede. „Seit Jahren ist die Chemieproduktion hierzulande im Rückwärtsgang. Das ist längst keine konjunkturelle Delle mehr, sondern ein struktureller Wandel.“

Wacker werde diesen Wandel erfolgreich gestalten, erläuterte Hartel mit Blick auf die Maßnahmen, die das Unternehmen bereits ergriffen habe. Im Frühjahr 2025 hat Wacker strategische Prioritäten formuliert, die den Weg in die Zukunft weisen. Im Oktober 2025 hat das Unternehmen zudem unter dem Namen „PACE“ das größte Kosten- und Effizienzprogramm in der Geschichte von Wacker gestartet. „Mit PACE stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und schaffen die wirtschaftliche Basis. Entlang unserer strategischen Prioritäten legen wir gleichzeitig die Spur für zukünftiges Wachstum“, so Hartel.

Damit die Maßnahmen voll greifen können, brauche es jedoch auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen, appellierte Hartel Richtung Berlin und Brüssel. „Ob Energiepreise, Bürokratie oder Regulatorik: Wir brauchen ein ,level playing field‘ – also ein Spielfeld, auf dem vergleichbare internationale Wettbewerbsbedingungen gelten. Nur so hat die chemische Industrie in Deutschland und Europa eine erfolgreiche Zukunft“, machte der Vorstandschef deutlich.

Während der Generaldebatte der Hauptversammlung konnten sich die Aktionärinnen und Aktionäre für ihre Redebeiträge und Fragen live per Video zuschalten lassen.

Zur Beschlussfassung auf der Hauptversammlung waren mit 40.319.159 Aktien 77,31 Prozent des Grundkapitals vertreten.

Von: http://www.wacker.com

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Der weltweit größte Wacker-Produktionsstandort befindet sich in Burghausen. Über 8.000 Menschen sind hier im Unternehmen beschäftigt. (Foto: Wacker Chemie AG)

Im Münchner Werksviertel befindet sich die Zentrale der Wacker Chemie AG, das WACKER House. (Foto: Wacker Chemie AG)

Wacker-CEO Christian Hartel.