Lehrförderpreis 2026 geht an Studiendekan vom Campus Burghausen
(19.06.2026)
Professor Arno Bücken mit Lehrförderpreis der TH Rosenheim ausgezeichnet für seine Idee von KI-gestützten bilingualen Lehrveranstaltungen
Burghausen/Rosenheim. Bei der diesjährigen Verleihung der Lehrförderpreise am Tag der Lehre hat Professor Dr.-Ing. Arno Bücken einen der begehrten Preise erhalten. Der Studiendekan für den Studiengang Prozessautomatisierungstechnik am Campus Burghausen wurde für seine Idee von KI-gestützten bilingualen Lehrveranstaltungen ausgezeichnet.
Studieren wird einerseits zunehmend internationaler, andererseits fühlen sich Studierende aus der Region in ihrer Muttersprache am wohlsten. „Für internationale Studierende interessante Studiengänge werden an der TH Rosenheim entweder zusätzlich zum deutschsprachigen Studienangebot englischsprachig angeboten oder folgen einem Stufenmodell, bei dem die internationalen Studierenden den Anfang des Studiums auf Englisch erleben, dabei intensiv Deutsch lernen und später zum regulären Studiengang hinzustoßen“, erläutert Bücken. Beide Modelle führen seiner Meinung nach aber nicht dazu, dass die internationalen Studierenden früh im Studium Kontakte mit ihren deutschsprachigen Kommilitonen knüpfen.
Simultane Übersetzung von Vorlesungen mithilfe von KI
Es sei daher entscheidend, dass beide Gruppen, also internationale und einheimische Studierende, von Anfang an die gleichen Lehrveranstaltungen besuchen können, gemeinsam lernen und gemeinsame Praktika haben. Nur so würden sich die Studierenden so früh kennenlernen, dass Lerngruppen gebildet und Freundschaften entstehen würden, die weit übers Studium hinaus reichen. „Ich möchte hier von den derzeitigen KI-Entwicklungen profitieren“, führt Bücken aus. „Die Vorlesung wird live von einer KI aus dem Deutschen ins Englische übersetzt. Die Teilnehmer können entweder ohne Hilfsmittel Deutsch oder über ein digitales Endgerät und Ohrhörer Englisch hören. Gleichzeitig werden zwei Folien in den beiden Sprachen parallel angezeigt.“ Dass dies prinzipiell möglich ist, habe ein erster Machbarkeitstest bereits erwiesen.
Aleksandar Cvijic, Student Wirtschaftsingenieurwesen und Mitglied der Jury sowie Laudator für die prämierte Lehridee, hob hervor: „Die Sprachbarriere wird aufgebrochen und die Studierenden interagieren von Tag eins miteinander. Somit werden deutlich bessere Voraussetzungen für eine Integration der internationalen Studierenden geschaffen.“ Auch die Hochschulleitung verfolgt den Ansatz mit großem Interesse. Professorin Dr. Sabine Ittlinger, Vizepräsidentin für Qualität in der Lehre, sagt: „Ich freue mich, dass wir einen in die Zukunft gerichteten Lehrförderpreis haben, der es erlaubt, solch innovative Ideen zu verfolgen.“
Für die Fakultät für Chemische Technologie und Wirtschaft war dies nicht der erste Erfolg beim Lehrförderpreis der Hochschule. Dekan Professor Dr. Dominik Pentlehner: „Der bereits dritte Lehrförderpreis für den Campus Burghausen zeigt das hohe Innovationsniveau, das unsere exzellente Lehre hier in Burghausen liefert.“
Die Technische Hochschule Rosenheim ist eine der führenden Bildungsstätten in Südostbayern und verbindet traditionell ein starkes regionales Profil mit internationalem Renommee. Im Jahr 2025 blickt die Hochschule auf 100 Jahre Bildungsgeschichte und einen erfolgreichen Weg in Forschung, Lehre und Praxisanwendungen zurück. Ausgehend von der Gründung des Holztechnikums im Jahr 1925, bietet die TH Rosenheim heute an den vier Standorten Rosenheim, Burghausen, Mühldorf am Inn und Traunstein praxisorientierte Studiengänge in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Gestaltung, Gesundheit und Soziales an. Mehr als 7.600 Studierende profitieren von exzellenter technischer Ausstattung, intensiver Betreuung und einer praxisnahen Ausbildung, die ihnen exzellente Karriereperspektiven eröffnet. Im Sommersemester 2026 engagieren sich etwa 200 Professorinnen und Professoren in Forschung und Lehre an der Hochschule