H2-Reallabor: Politik und Industrie für Anschlussprojekt über 2027 hinaus

(29.07.2026)

„Externer Industry Round Table“ des H2-Reallabors Burghausen-ChemDelta Bavaria – Wunsch nach Fortsetzung „dieses in der Bundesrepublik einzigartigen Erfolgsmodells für den drittgrößten deutschen Chemie-Cluster“

Burghausen. Im März 2027 wird die bisherige Förderung (über 45 Millionen Euro) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für das Burghauser H2-Reallabor-Projekt auslaufen. Beim externen Industry Round Table des H2-Reallabors Burghausen – ChemDelta Bavaria äußerten jetzt Vertreter der Bundes- und Regionalpolitik sowie die Industriepartner des Reallaborprojekts den Wunsch nach Fortsetzung „dieses in der Bundesrepublik einzigartigen Erfolgsmodells für den drittgrößten deutschen Chemie-Cluster“, so MdB Stephan Mayer.     

Das im April 2023 gestartete H2-Reallabor-Projekt hat die Entwicklung neuer Technologien zum Ziel, um Wasserstoff als stoffliche Basis in der chemischen Industrie zu nutzen. Gefördert wird das bis März 2027 laufende Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit insgesamt über 45 Millionen Euro, das Gesamtbudget liegt bei über 60 Mio. Euro.

Eigentlich ist der externe Industry Round Table im Audimax des Campus Burghausen der TH Rosenheim „nur“ eine hochkarätig besetzte Fachveranstaltung für interessierte Unternehmen, die Informationen über das Projekt H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria sowie über den aktuellen Forschungsstand einzelner Arbeitspakete des Projekts erhalten wollen. Der Gesamtprojektleiter, Dr. Christian Hackl, begrüßte hierzu die rund 60 Firmenvertreter aus der Wirtschaftsregion rund um Burghausen sowie von externen Unternehmen, die mit Wasserstoff zu tun haben – und freute sich über das rege Interesse der zusätzlich anwesenden Kreis- und Stadträte vom Landkreis Altötting bzw. der Stadt Burghausen, die Reallabor-Projektpartner sowie die Arbeitspaketleiter.

Unter den Teilnehmern waren aber auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, der Bürgermeister der Chemieindustrie-Stadt Burghausen Florian Schneider und der Werkleiter des Burghauser Werks der Wacker Chemie Dr. Peter von Zumbusch. In ihren Grußworten setzten sich die drei Redner nachdrücklich ein für eine Fortsetzung des seit April 2023 laufenden Burghauser H2-Reallaborprojekts auch über das im März 2027 anstehende Förderende hinaus.

„Erfolgsmodell soll weiterlaufen“
„Angesichts der erfolgreichen Ergebnisse des Forschungsprojekts sehe ich eine klare Verantwortung der Bundespolitik für eine Anschlussförderung“, so MdB Mayer. Das H2-Reallbor Burghausen werde nicht nur in der Region, sondern auch im BMFTR als „Erfolgsmodell mit enormem Potential“ angesehen. „Es ist auch weiterhin dringend nötig, denn die Chemieindustrie steht angesichts der Transformationsbemühungen bundesweit stark unter Druck: Deswegen muss das H2-Reallabor Burghausen mit seinem bundesweit einzigartigen Konglomerat von 35 Partnern aus Forschung und Industrie weitergehen, dafür werde ich mich einsetzen“, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Er regte zudem für die Fortsetzung des Förderzyklus eine Weiterentwicklung der Projekt-Schwerpunkte an: Weniger energetische, dafür mehr stoffliche Aspekte sollten dann in die konkrete Forschung und ihre Umsetzung in den Chemiebetrieben vor Ort einfließen.

Wacker und Stadt für Anschlussprojekt
Auch Wacker-Werkleiter Dr. Peter von Zumbusch sprach sich seitens der Chemieindustrie-Partner für eine Fortsetzung des Forschungsprojekts aus: „Wir werden die hier entwickelten Innovationen weiterhin dringend für unseren wirtschaftlichen Erfolg brauchen!“ Eine etwas andere Richtung sollte man künftig einschlagen – „hin zu einer stärkeren industriellen Beteiligung und noch mehr in die betriebliche Anwendung gehen wäre der Ansatz“. Burghausens Bürgermeister Florian Schneider brachte sein Anliegen für eine Fortsetzung des Forschungsprojekts auf den Punkt: „Bitte nicht aufhören, es gibt noch viele weitere Anschlussprojekte und Themen, die wichtige Impulse für die Sicherung des Wohlstands in der Region und für ganz Deutschland bringen können!“

„Role Model für den Chemiestandort Deutschland“
Reallabor-Geschäftsführer und Projektleiter Dr. Christian Hackl erläuterte anschließend die wichtigsten Zielsetzungen und Besonderheiten des Projekts Reallabor Burghausen: Die Transformation der chemischen Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen wasserstoffbasierten Chemie. Die nachhaltige Herstellung von Plattformchemikalien und Treibstoffen vor Ort und die Erzielung einer technologischer Marktführerschaft, sozusagen „ein Role Model für den Chemiestandort Deutschland“. Zusammen mit den einzelnen Arbeitspaketleitern bot Dr. Hackl dann einen spannenden Überblick auf den aktuellen Stand der Forschungsergebnisse des H2-Reallabors Burghausen – ChemDelta Bavaria. Im Fokus stand dabei der nun angelaufene Transfer der Ergebnisse aus der Wissenschaft in die reale Umgebung eines Partners aus der Wirtschaft. Im Rahmen eines „World Café“ gab es schließlich im Foyer des Audimax noch die Möglichkeit zum individuellen Austausch und zur Diskussion. – mko

Von: https://www.reallabor-burghausen.de/h2-reallabor/

Zurück

H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria als „Role Model für den Chemiestandort Deutschland“: (v. li.) Reallabor-Gesamptprojektleiter Dr. Christian Hackl. (Foto: Koch/KommExpert)

Reallabor-Arbeitspakete vorgestellt: (v. li.) AP1-Leiter Maximilian Kerschbaum (TUM), Dr. Peter von Zumbusch (Werksleiter Burghausen, Wacker Chemie AG) als Vertreter der Industriepartner, AP2-Leiter Dr. Vincent Dieterich (TUM), in Vertretung der AP-4-Leitung Dr. Sebastian Fendt (Wissenschaftlicher Koordinator, TUM), stellvertretend für die AP-6-Leitung Raphael Gratzl, (Firma Rohrdorfer / Zero Net Emisson Labs GmbH), AP3-Leiter Prof. Dr. Thomas Brück (TUM), AP5-Leiterin Dr. Ulrike Wirth (Wacker Chemie AG), in Vertretung der AP-7-Leitung Dr. Romy Heller (Reverion GmbH) sowie AP0-Leiter Dr. Christian Hackl (Gesamtprojektleitung H2-Reallabor). (Foto: Sacher/Reallabor)

Beim „World Café“ im Foyer des Audimax am Campus Burghausen gab es Gelegenheit für individuellen Austausch und Diskussion. (Foto: Sacher/Reallabor)