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18.04.2013 - Güterverkehrszentrum Burghausen: Modernstes deutsches Umschlagzentrum
Die Bauarbeiten am Güterverkehrszentrum Burghausen verlaufen trotz längerer Winterbauphase planmässig- die nachfolgenden Bilder zeigen den Baufortschritt im April 2013. (Fotos: KommExpert)

Die Bauarbeiten am Güterverkehrszentrum Burghausen verlaufen trotz längerer Winterbauphase planmässig - die nachfolgenden Bilder zeigen den Baufortschritt im April 2013. (Fotos: KommExpert)

35 Millionen Euro Investition für das Güterverkehrszentrum - Inbetriebnahme im Frühjahr 2014 -

Burghausen. Im Norden der Stadt entsteht derzeit das modernste deutsche Umschlagzentrum für Güter. Hier in einem ehemaligen Bannwald werden ab Frühjahr 2014 jährlich 40 000 Container bewegt, vom Lkw auf die Schiene oder umgekehrt verladen. Genehmigt ist auch schon die zweite Ausbaustufe für 70 000 Hübe.

Grundwasserschutz kostet 4,7 Millionen

Zwei Besonderheiten sind diesem neuen Güterverkehrszentrum zu eigen. Da ist einmal die technische Seite: Burghausen bekommt das erste Güterterminal in Deutschland mit einem Schutzsystem für das Grundwasser, das jeglichen Stoffeintrag in den Boden verhindern soll. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle: Hier werden Güter der Chemieindustrie umgeladen. Die gesamte Oberfläche wird mit Asphalt oder Beton versiegelt. Darunter liegt ein umfassendes Kanalsystem, das allein 4,7 Millionen Euro kostet. Es nimmt das Oberflächenwasser auf und leitet es an ein großes Versitzbecken weiter. Im Schadensfall, den Sensoren im Boden automatisch auslösen, wird die Weiterleitung blockiert, das Wasser läuft in ein Reinigungssystem.

Außergewöhnlich ist das Güterterminal zum zweiten vor allem deshalb, weil es von einer Kleinstadt und deren beschränkten Möglichkeiten geplant und gebaut wird. Die Stadt unterstützt hier vehement ihre Chemieindustrie, die Hauptnutznießer der neuen Terminals ist. Wacker kann durch diese insgesamt 35 Millionen Euro teure Investition auf einen Ausbau des eigenen Werksbahnhofs verzichten.

Zusammen mit dem Landkreis, der Industrie und einer Bank hat die Stadt dazu die RegioInvest Inn-Salzach GmbH gegründet. Die Stadt ist darin mit 72 Prozent Kapitalanteil federführend und trägt auch das unternehmerische Risiko. Denn die Partner haften nur mit ihrer Einlage, die Stadt dagegen übernimmt für 20 Jahre die Bürgschaft für den Erfolg und das Haftungsrisiko. Beworben für den Betrieb haben sich die großen europäischen Unternehmen der Branche. Die Vergabe erfolgt in den nächsten Wochen.

Staat baut parallel die B 20 aus

Fünf Millionen Euro wendet die Stadt allein für die Erschließung auf. Zwei Kreisverkehre sind bereits fertig, die Bundesstraße 20 ist auf einem Teilstück verlegt. Denn eine Brücke muss gebaut werden, um die Straße über das Gleis führen zu können. Liegt doch das Terminal auf der anderen Straßenseite wie die Industrie. Dort wäre kein Platz mehr gewesen. Weitere fünf Millionen hat der Grunderwerb gekostet. Teuer sind hier insbesondere Ausgleichsmaßnahmen, weil der inzwischen gefällt Wald Banncharakter und deshalb hohe Schutzfunktion hatte. Für die restlichen 25 Millionen Euro Baukosten bekommt die RegioInvest 19 Millionen Euro Zuschuss vom Eisenbahn-Bundesamt.

Parallel zum Bau des Terminals verbreitert der Staat auch die Bundesstraße 20. Der Abschnitt zwischen der Auffahrt auf die A 94 und der Burghauser Industrie wird dreispurig. Diesen Ausbau nimmt das staatliche Bauamt Traunstein in eigener Kompetenz vor. Zudem wird der Druck jetzt stärker, den gesamten Abschnitt der Bundesstraße an Burghausen vorbei neu zu planen. Derzeit geht die B 20 noch mitten durch die Stadt. Burghausens Bürgermeister Hans Steindl ist zuversichtlich, dass das Projekt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Die Planung dafür hat der Landkreis Altötting bereits vorfinanziert.

Weitere Informationen zum Güterverkehrszentrum Burghausen:

Projektportrait

RegioInvest Inn-Salzach GmbH

 

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