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28.04.2014 - KTB KombiTerminal Burghausen: Das Herzstück ist betriebsbereit
Informierten Industrie- und Hafenvertreter zum aktuellen Stand am Burghauser Güterterminal: KTB-Leiter Dieter Berlinghof (links) und RegioInvest-Geschäftsführer Anton Steinberger.

Informierten Industrie- und Hafenvertreter zum aktuellen Stand am Burghauser Güterterminal: KTB-Leiter Dieter Berlinghof (links) und RegioInvest-Geschäftsführer Anton Steinberger.

Der Portalkran als Herzstück des KTB ist einsatzbereit. Auch das Betriebsgebäude (rechts im Bild) ist fertiggestellt.

Der Portalkran als Herzstück des KTB ist einsatzbereit. Auch das Betriebsgebäude (rechts im Bild) ist fertiggestellt.

Vertreter der Häfen Hamburg, Antwerpen, Rotterdam, Venedig und Triest loteten beim ersten Burghauser "Hafentag" Kooperationen aus und informierten über ihre Möglichkeiten. (Fotos: KommExpert)

Vertreter der Häfen Hamburg, Antwerpen, Rotterdam, Venedig und Triest loteten beim ersten Burghauser "Hafentag" Kooperationen aus und informierten über ihre Möglichkeiten. (Fotos: KommExpert)

Probebetrieb des Burghauser Güterterminals beginnt - Erster Zug rollt im Juni - Beim „Hafentag“ loteten Europas Hafenbetreiber Kooperationen aus -

Burghausen. Der Portalkran, das Herzstück des Burghauser KombiTerminals, ist einsatzbereit. Davon konnten sich beim Hafentag am Mittwoch, 16. April, nicht nur die Vertreter der Industrie als mögliche Nutzer vor Ort überzeugen, sondern auch die Gäste möglicher Partnerhäfen. Auf einer Fläche von 5,6 Hektar sind in der ersten Ausbaustufe vier Gleise mit einer Nutzlänge von je 650 Metern vor den Toren der Salzachstadt entstanden. Außerdem gibt es vier Abstellspuren entlang der Gleise sowie jeweils eine Fahr- und Ladespur. „Um 5.45 Uhr werden hier die Lichter angehen, damit um 6 Uhr der erste Lkw vorfahren kann“, stellt Dieter Berlinghof, der künftige Leiter des Terminals, in Aussicht. Bis 22 Uhr soll von Montag bis Freitag der Betrieb aufrecht erhalten sein.

Sowohl aus den Nord-Häfen Hamburg, Antwerpen und Rotterdam als auch aus den Süd-Häfen Triest und Venedig waren am Mittwoch Repräsentanten nach Burghausen gekommen, um jeweils die Häfen und ihre Anbindungsmöglichkeiten an das Burghauser Güterterminal zu präsentierten. „Noch stehen alle Optionen offen“, betonte RegioInvest-Geschäftsführer Anton Steinberger. Und Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft. „Für uns sind sowohl die Kosten als auch die Zuverlässigkeit entscheidend.“ Weichen seien bislang noch in keine Richtung gestellt.

Derweil sind die Arbeiten am KombiTerminal im ersten Schritt abgeschlossen: Das Verwaltungsgebäude steht und auch der Kran hat bereits probeweise einen Container gehoben. „Am Dienstag werden wir die Schlüssel an die Betreibergesellschaft übergeben“, blickt Anton Steinberger nach vorne. Dann wird auch der Probebetrieb des auf vorerst 42 000 Hübe ausgelegten Terminals beginnen. Im Juni soll es dann in Betrieb gehen, so dass bis September bereits sechs Züge pro Woche das Terminal verlassen, voraussichtlich in Richtung Hamburg. Ab Oktober soll diese Zahl dann auf zehn Züge die Woche erhöht werden. „Ein Zug bedeutet 60 Container. Das macht 120 Lkw aus“, zeigt Steinberger den Verkehr auf, der ab dann nicht mehr über die Straße abgewickelt wird. Aber auch in Richtung Süden sieht der RegioInvest-Geschäftsführer schnell Züge rollen.

Bereits im Januar war eine Delegation aus Venedig nach Burghausen gekommen, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen. Sie wies damals darauf hin, dass, um eine weitere Zusammenarbeit auszuloten, eine Bedarfsanalyse notwendig sei, die das Containeraufkommen und die Anforderungen der Industrie berücksichtigt. Das betonte auch Ingo Egloff als Vorstand von Hamburg Hafen Marketing am Mittwoch. „Die Analyse haben wir in der vergangenen Woche in Auftrag gegeben“, sagt Steinberger. Ziel ist es, mit ihrer Hilfe nicht nur den Bedarf, sondern auch mögliche Absatzwege und die Kosten zu ermitteln, um so ein Zugkonzept zu erstellen. „Am Ende entscheiden auch die Betriebe mit über eine Kooperation mit den verschiedenen Häfen“, fügt Steinberger hinzu. Schließlich müsse eine Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Das Ziel sei vorrangig, für das Chemiedreieck und damit die Industrie vor Ort möglichst optimale Standortbedingungen zu schaffen, und nicht, neue Industrie anzusiedeln.

Eine Frage, die immer wieder aufkomme, sei, wie Leercontainer nach Burghausen kommen. Hier hofft Steinberger auf einen gesunden Wettbewerb. Um diese Container lagern zu können, wird in den kommenden Monaten das Depot direkt neben dem Terminal entstehen. „Die Arbeiten beginnen in den kommenden Wochen“, erklärt Terminal-Leiter Dieter Berlinghof. Noch im Sommer soll es in Betrieb gehen. In der ersten Ausbaustufe wird es eine Fläche von einem Hektar umfassen, die am Ende auf drei Hektar erweitert werden soll. Zum Handling der Container wird ein weiterer Portalkran errichtet werden.

Eine Herausforderung sieht Anton Steinberger in der Bereitstellung von Büroflächen. „Die Reedereien wollen vor Ort sein, dazu benötigen wir weitere Flächen.“ Insgesamt sei man dabei, weitere 30 Hektar zu kaufen, für 17 Hektar sei die Nachfrage bereits da. „Ausgleichsflächen für die Abholzung von Bannwald stehen derzeit für 18 weitere Hektar zur Verfügung“, so Steinberger. Es gehe jedoch nicht um die Geschwindigkeit, mit der das Burghauser Güterterminal entwickelt werde, sondern um die Qualität. Dabei müsse auch die Frage gestellt werden, ob für alle Interessenten eine Ansiedlung direkt am Terminal notwendig sei. „Möglich sind auch Marktl oder Gendorf als Standorte.“

Anfragen, das Burghauser Terminal als Umschlagsplatz zu nutzen, gebe es genügend, unter anderem auch aus Braunau, Passau, dem Bayerischen Wald, Regensburg oder Landshut. „Für die Stadt Burghausen ist das Terminal ein neuer Wirtschaftsbereich, der auch weitere Arbeitsplätze in die Region bringt“, ist Steinberger überzeugt. In einer zweiten Ausbaustufe soll es auf 72 000 Hübe ausgebaut werden. Damit würde auch ein zweiter Portalkran entstehen. „Wenn der Bedarf da ist, wird das schnell passieren“, ist Anton Steinberger überzeugt. Zu einer Überlastung des Verkehrs werde der Ausbau nicht führen.

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