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23.05.2019 - Wacker-Dividende Geschäftsjahr 2018 mit insgesamt 124,2 Mio Euro
Das Potenzial einer Eigenstromerzeugung in Burghausen sieht Vorstandsvorsitzender Dr. Staudigl mit aktuell rund 50 Prozent des Bedarfs durch das Alzkraftwerk (im Bild) und die Gasturbine ausgereizt. (Foto: Wacker Chemie AG)

Das Potenzial einer Eigenstromerzeugung in Burghausen sieht Vorstandsvorsitzender Dr. Staudigl mit aktuell rund 50 Prozent des Bedarfs durch das Alzkraftwerk (im Bild) und die Gasturbine ausgereizt. (Foto: Wacker Chemie AG)

Hauptversammlung 2019: Wacker will im laufenden Geschäftsjahr weiter wachsen – Umsatz- und Ergebnisprognose für 2019 bekräftigt -

München/Burghausen.
Konstruktiv und freundlich war die Stimmung in der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG im Internationalen Congress Center München, dem ICM, in Riem. Zu den Sorgen um die politisch hoch gehaltenen und steigenden Industriestrompreise regte ein Aktionär einen Schulterschluss mit den Gewerkschaften an.

„Den gibt es bereits“, betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl, denn den Gewerkschaften sei bewusst, dass es mit den Strompreisen nicht nur um die Zukunft von Produktion und Standorten, sondern auch um die Zukunft der Arbeitsplätze geht. Grundsätzlich sei eine Verlagerung der Siliciumproduktion möglich, antwortete er auf eine Aktionärsfrage. Aktuell werde dafür der Standort in Charleston in den USA qualifiziert.

Als Dividende des Geschäftsjahres 2018 schüttet Wacker insgesamt 124,2 Mio Euro an die Aktionäre aus. Die Dividende pro berechtigter Aktie beträgt 2,50 Euro. Dieser Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat erhielt eine Zustimmung von 99,61 Prozent. In der Abstimmung waren die Stimmrechte von 41 204 951 Aktien vertreten, das entspricht 79,01 Prozent des Grundkapitals in Höhe von 260 550 661 Euro.

Auch die Entlastungen von Aufsichtsrat und Vorstand erfolgten jeweils mit weit über 95 Prozent Zustimmung. Sowohl Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Peter Alexander Wacker und Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl betonten ihren Dank an die Mitarbeiter für das Gedeihen des Konzerns und ernteten selber Dank für die Management-Leistung aus dem Mund eines sonst durchaus kritischen Aktionärs: Beifall in der Versammlung.

Die Wacker Chemie AG erwartet nach dem leichten Wachstum im Geschäftsjahr 2018 für 2019 erneut ein Umsatzplus, rechnet aber wegen der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen mit einem rückläufigen Ergebnis.

„Wir wollen unseren Umsatz in diesem Jahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Beim EBITDA erwarten wir einen Rückgang um zehn bis 20 Prozent“, erklärte Dr. Staudigl vor rund 1000 Aktionären. Er bestätigte damit die Jahresprognose, die der Konzern im März bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2018 veröffentlicht hatte. Ursachen für den erwarteten Ergebnisrückgang sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten.

Der Vorstandsvorsitzende zur Zukunft: „Wir bauen unser Spezialitätenportfolio mit Siliconanwendungen konsequent aus. ,Auch wenn die Weltkonjunktur sich im Moment abschwächt: Die Nachfrage nach vielen unserer Produkte in der Chemie ist hoch.“ Im laufenden Jahr will Wacker rund 400 Mio Euro investieren, schwerpunktmäßig in den Kapazitätsausbau seiner Chemiebereiche.

Schwierigkeiten liegen nach Dr. Staudigls Worten nicht nur in der Abkühlung der Weltwirtschaft und den herausfordernden Marktbedingungen im Solargeschäft, sondern auch in den weiter steigenden Energiepreisen in Deutschland: „Allein im vergangenen Jahr mussten wir einen Anstieg der Strompreise von rund 35 Mio Euro verkraften. Mittlerweile liegt der Strompreis in Deutschland bei über 5 Cent pro Kilowattstunde. Unsere chinesischen Wettbewerber zahlen unter 2 Cent pro Kilowattstunde. Hätten wir die gleichen Strompreise wie in China, dann wäre Wacker mit großem Abstand das weltweit effizienteste Unternehmen in der Herstellung von hochqualitativem Polysilicium“, betonte Dr. Staudigl.

Für die langfristige Zukunft zeigte er sich optimistisch: „Die gegenwärtigen Risiken ändern nichts daran, dass wir langfristig denken und handeln. Seit 105 Jahren behauptet sich Wacker am Markt. Wir haben uns dabei immer wieder Herausforderungen gestellt und sie erfolgreich bewältigt. Wir tun das auf einem starken Fundament. Wir haben die richtigen Produkte, wir entwickeln innovative neue Produkte und Technologien und wir nehmen auf allen für uns wichtigen Märkten führende Positionen ein.“

Gut aufgestellt sieht den Konzern auch Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Peter Alexander Wacker mit starken Lösungsbeiträgen in den Megatrends CO²-Reduzierung und Klimaschutz, Digitalisierung und Elektromobilität. Dr. Staudigl verwies auf die Qualitätsführerschaft bei Reinstsilicium für Solar- und Halbleitertechnik mit Hinweis auf die zentrale Rolle in der Digitalisierung: „Ohne Wacker keine künstliche Intelligenz“.

Die Wortmeldungen beschränkten sich heuer auf zwei Vertreter von Anlegervereinigungen und einen Aktionär. Kritische Fragen zielten vor allem auf den Kurs der Wacker-Aktie, auf das weiter bestehende Engagement bei der Siltronic AG mit einem Aktienpaket von 30,8 Prozent und der Unsicherheit bei den Strompreisen.

Das Potenzial einer Eigenstromerzeugung in Burghausen sieht Dr. Staudigl mit aktuell rund 50 Prozent des Bedarfs durch das Alzkraftwerk und die Gasturbine ausgereizt. Der Aktienkurs berücksichtige leider zu wenig „die guten Margen und Wachstumsraten im Chemiegeschäft“, betonte er, versicherte aber, dass man das Engagement bei der Siltronic „nicht als Klotz am Bein“ betrachte, wie ein Aktionär kritisch angemerkt hatte, sondern dass die Partnerschaft mit „diesem gut gemanagten und gut aufgestellten Unternehmen“ letztendlich auch die Qualitätsführerschaft bei Silicium für die Halbleiterei sicherstelle.

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