Salzachzentrum: Hohe Millioneninvestitionen in die Stadtmitte Burghausens

(20.01.2023)

Pläne für Salzachareal präsentiert – Abriss von Altbestandsteilen schon im Herbst 2023, neue Gebäude sollen bis 2026 stehen

Burghausen. Die Planungsergebnisse der seit 2021 laufenden Konzeption für das Areal des Salzachzentrums in der Burghauser Neustadt wurden nun präsentiert: Im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung stellten die Vertreter der Projektpartner, die TH Rosenheim, die VR-Bank („meine Volksbank Raiffeisenbank eG“), die Planungsfirma Hinterschwepfinger und die Stadt Burghausen, die Pläne vor. Der Baubeginn könnte bereits Ende 2023 erfolgen, die Fertigstellung in mehreren Bauabschnitten bis Mitte 2026. Das Investitionsvolumen für die Maßnahmen mit öffentlicher Beteiligung beläuft sich auf 55,5 Mio. Euro, davon allein rund 35,5 Mio. Euro für das Campus-Technikum. Die Summe, die die VR-Bank investiert, wurde nicht genannt.   

Ende 2021 hatte die Stadt Burghausen in Gestalt ihres Unternehmens Wirtschaftsbeteiligungs GmbH (WiBG) einen 18.500 m² großen Teil des Salzachzentrums (60 Prozent) gekauft und holte mit dem Verkauf von 40 Prozent des erworbenen Grundstücks an die VR-Bank „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ einen neuen Partner mit ins Boot, der bereits konkrete Pläne für die Gestaltung seines Anteils hatte. Die Stadt Burghausen konnte nun im Rahmen eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) das Gelände nachhaltig weiterentwickeln.

Keine Shoppingmall, sondern Mischbebauung und -Nutzung
Die nun vorgestellten Pläne zeigen anders wie noch bis 2019 beabsichtigt, dass im Salzachzentrum keine Shoppingmall mehr entstehen wird, sondern eine gemischte Nutzung mit Einzelhandel, Gewerbeflächen, Büros, Wohnen, Studentenwohnen, Gastronomie und mit einem Technikum für den Hochschulcampus Burghausen. Wie Anton Steinberger, Geschäftsführer der städtischen WiBG, erläuterte, soll die Bebauung mit mehreren Gebäuden erfolgen, die in unterschiedlichen Bauabschnitten fertiggestellt werden sollen. Vor und zwischen den Gebäuden würden Plätze gestaltet und damit die Aufenthaltsqualität erhöht. Startschuss ist das Frühjahr 2023: Abgerissen werden soll dann der erste Teil des Salzachareals zwischen März und Juni dieses Jahres. Die alte Tiefgarage im vorderen Teil soll dann ab Juni abgebrochen werden. Ende 2025 könnte dann das Technikum stehen, Mitte 2026 der VR-Bank-Komplex.

Stadt mit drei Projektpartnern für Salzachareal
Bürgermeister Florian Schneider betonte: „Es geht um die zentrale Gestaltung der Stadt Burghausen!“ Damit diese Gestaltung gelinge, habe die Stadt Burghausen für das groß dimensionierte Projekt weitere Partner gesucht und einen mit der VR-Bank gefunden, die „idealerweise aus der heimischen Region kommt“. Ein zweiter Partner ist die TH Rosenheim, die den Campus Burghausen betreibt und mit der man das Technikum bauen will. Der dritte Partner ist das in Burghausen ansässige Planungsunternehmen Hinterschwepfinger, das die Konzeption des Salzachareals erstellt hat. Des weiteren setzt Bürgermeister Schneider auf den Freistaat Bayern, von dem man sich weitere Zuschüsse für das Technikum erhoffe.

5stöckiger VR-Bank-Komplex: Stadt baut dort Kita und kauft Tiefgarage für 20 Millionen Euro
Franz Hofmann, Direktor der meine Volksbank Raiffeisenbank eG, erläuterte während der öffentlichen Stadtratssitzung auch den künftigen fünfstöckigen Gebäudekomplex der Bank. Parkplätze, Einzelhandel, ein Lebensmittelgeschäft, Büroflächen und Wohnungen sollen hier entstehen.

Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes im vorderen Teil an der Ecke Marktler Straße/Robert-Koch-Straße werden die Ankermieter Edeka- und Müllermarkt zu finden sein. Dazu in dem der Marktler Straße zugewandten Gebäude weitere Gewerbe- und Einzelhandelsflächen sowie eine Bäckerei mit Café. Im ersten Obergeschoss wird auf einer weiteren Etage der Müller-Markt einziehen mit Nebenräumen. Außerdem weitere Einzelhandels- und Gewerbeflächen sowie eine Kita, ein Boardinghouse (für vorübergehende Beherbungszwecke) und ein Dachgarten. Mit dem Dachgarten, den auch die Kinder der Kita nutzen könnten, gebe es bereits im ersten Obergeschoss Grünflächen. Im zweiten Stock gibt es im der Marktler Straße zugewandten Komplex ein Studentenwohnheim und im Hauptgebäude Büroflächen, Wohnungen und eine weitere Etage des Boardinghouses. In einem fünften Stock wird eine Skybar untergebracht.

Die Dachflächen werden energetisch mit PV-Anlagen genutzt. Die Fassaden werden begrünt. Außenparkflächen werde es nicht geben, dafür eine große Tiefgarage unter dem Gebäude, die mit der Tiefgarage der Marktler Straße verbunden werden könnte. Dafür braucht es aber noch einen separaten Stadtratsbeschluss, ebenso für eine mögliche weitere Ein- und Ausfahrt in Richtung Norden. Die Stadt Burghausen wird sich am VR-Bank-Komplex beteiligen, so Bürgermeister Florian Schneider: Sie kauft die Tiefgarage und weitere Gebäude im Untergeschoss und baut die Kita. Maximal 20 Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

Baubeginn dieses Komplexes ist 2023, eine Fertigstellung wird für Mitte 2026 anvisiert – ein ehrgeiziger Plan, den VR-Bank und Stadt glauben, einhalten zu können. Insgesamt hat dieser Gebäudekomplex eine Gesamtfläche von brutto 32.000 Quadratmetern. 19.000 Quadratmeter entfallen auf Wohn- und Gewerbeflächen.

In den Planungen für den VR-Bank-Komplex ist auch bereits die Fläche einbezogen, auf der gerade noch das Wohn- und Geschäftsgebäude Marktler Straße 35 (mit Modehaus Mayer) steht. Dieses Gebäude hatte die Bank kürzlich erworben. Hier laufen laut VR-Bank die Gespräche und die Suche nach Alternativen für die aktuellen Mieter noch. Das Gebäude, in dem derzeit der Edeka-Markt von Lechertshuber & Wimmer untergebracht ist, soll bis auf Weiteres als Optionsfläche bestehen bleiben und könnte 2030 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Von: http://www.burghausen.com

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Planungs-Visualisierung für das künftige Salzachzentrum: Hier beispielsweise die Optik des Areals an der so genannten Engl-Kreuzung, wo sich die Marktler Straße und die Robert-Koch-Straße kreuzen. (Planung: Hinterschwepfinger)

Blick auf das beplante Salzachzentrums-Areal: Der Neubau-Komplex der VR-Bank wird an der Ecke Marktler Straße/Robert-Koch-Straße entstehen, dahinter das Technikum des Campus Burghausen. Das Bestandgebäude, in dem derzeit der große EDEKA-Markt und weitere kleinere Läden untergebracht sind, könnte 2030 ersetzt werden. (Planung: Hinterschwepfinger)

Die Projektpartner für das neue Salzachzentrum Burghausen: (v. li.) Campus-Dekan Prof. Dominik Pentlehner, Sepp Hinterschwepfinger (Planungsunternehmen Hinterschwepfinger), WiBG-Geschäftsführer Anton Steinberger, VR-Bank-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller, Bürgermeister Florian Schneider und TH-Präsident Prof. Heinrich Köster. (Foto: KommExpert)

Blick auf das bestehende Salzachzentrum Burghausen. (Foto: KommExpert)

Das Salzachzentrum in der aktuellen Ansicht. (Foto: Stadt)