Siltronic behauptet sich in 2023 trotz schwierigem Marktumfeld – Geschäftsjahr 2024 weiterhin von Nachfrageschwäche geprägt

(12.03.2024)

Umsatz sinkt 2023 auf rund 1,5 Mrd. Euro und EBITDA auf 433,9 Mio. Euro –Prognose für das Jahr 2024 geprägt von anhaltender Nachfrageschwäche: Umsatz und EBITDA-Marge in der Größenordnung des Vorjahres erwartet

München/Burghausen. Wie die Siltronic AG (MDAX/TecDAX: WAF) heute bekanntgab, hat das Unternehmen das Geschäftsjahr 2023 trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit einer soliden Performance abgeschlossen und damit die Anfang Februar kommunizierten vorläufigen Zahlen bestätigt. So erzielte das Unternehmen einen Umsatz von EUR 1.513,8 Mio. (2022: EUR 1.805,3 Mio.) und ein EBITDA von EUR 433,9 Mio. (2022: bereinigt1 EUR 621,6 Mio.). Die EBITDA-Marge lag dank stabiler Absatzpreise mit 28,7 Prozent (2022: bereinigt 34,4 Prozent) weiter auf einem gesunden Niveau. Die Rückgänge sind auf eine deutlich schwächere Nachfrage, vor allem aufgrund von erhöhten Vorratsbeständen in der Wertschöpfungskette zurückzuführen.

Diese werden auch das Geschäftsjahr 2024 prägen. Insbesondere im ersten Halbjahr ist daher weiterhin mit einer Wafer-Nachfrageschwäche zu rechnen. Unter diesen Voraussetzungen werden Umsatz und EBITDA-Marge, vor Ramp-Kosten, in der Größenordnung des Vorjahres erwartet. Die Inbetriebnahme der neuen 300 mm-Fabrik in Singapur wird die Marge mit bis zu drei Prozentpunkten gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 belasten.

„Wir sehen für unseren Waferabsatz mittelfristig weiterhin ein von Megatrends geprägtes starkes Wachstum. Das Jahr 2023 und zum Teil auch 2024 sind allerdings von den erhöhten Vorratsbeständen in der Wertschöpfungskette betroffen. Die dynamische Entwicklung beim Thema Künstliche Intelligenz wird zu einer deutlich höheren Wafernachfrage führen. Wir sind hierfür dank unserer neuen 300 mm-Fabrik in Singapur gerüstet und erwarten bis 2028 einen Umsatzanstieg auf mehr als EUR 2,2 Milliarden und eine Steigerung der EBITDA-Marge auf einen hohen 30-Prozent-Wert“, kommentiert Dr. Michael Heckmeier, Vorstandsvorsitzender der Siltronic AG.

Geschäftsentwicklung 2023 – solide in schwierigem Umfeld
Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2023 um 16,1 Prozent – die Prognose lag bei minus 15 bis 17 Prozent – auf EUR 1.513,8 Mio. gesunken. Ursächlich hierfür war die geringere abgesetzte Waferfläche. Die Durchschnittspreise in Euro blieben gegenüber dem Jahr 2022 stabil.

Die Herstellungskosten sind um 4,1 Prozent auf EUR 1.141,6 Mio. gesunken und damit weniger stark als die Umsatzerlöse. Dies war auf gestiegene planmäßige Abschreibungen, höhere Kosten insbesondere für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, sowie eine verringerte Fixkostenverdünnung aufgrund der geringeren abgesetzten Waferfläche zurückzuführen. Infolgedessen gab die Bruttomarge von 34,1 Prozent auf 24,6 Prozent nach.

Um Risiken aus Wechselkursentwicklungen abzuschwächen, führt Siltronic Maßnahmen zur Währungssicherung durch, was im Jahr 2023 per saldo zu einem Ertrag aus Wechselkurseffekten von EUR 16,5 Mio. führte, nach einem Aufwand von EUR 21,0 Mio. im Jahr 2022.

Im Berichtsjahr erzielte Siltronic ein EBITDA in Höhe von EUR 433,9 Mio. (2022: EUR 671,6 Mio., bereinigt EUR 621,6 Mio.) und eine EBITDA-Marge von 28,7 Prozent (2022: 37,2 Prozent, bereinigt 34,4 Prozent) – die Prognose lag bei 28 bis 30 Prozent. Wie auch bei der Bruttomarge waren die verringerte Fixkostenverdünnung und die Kostensteigerungen maßgeblich für den Rückgang der EBITDA-Marge. Mit dem Anstieg der Abschreibungen infolge der deutlich höheren Investitionstätigkeit fiel auch das Betriebsergebnis (EBIT) mit EUR 231,3 Mio. klar unter den Wert des Jahres 2022 (EUR 495,6 Mio., bereinigt EUR 445,6 Mio.). Die Steuerquote des Konzerns lag im Berichtsjahr bei 13 Prozent (2022: 11 Prozent), sodass 2023 ein Jahresgewinn von EUR 201,3 Mio. erwirtschaftet wurde (2022: EUR 434,4 Mio.). Davon entfielen EUR 184,4 Mio. (Vorjahr: EUR 390,6 Mio.) auf die Aktionäre der Siltronic AG. Das Ergebnis je Aktie erreichte EUR 6,15 nach EUR 13,02 in 2022.

Cashflow-Entwicklung von hohen Investitionen geprägt
Im abgelaufenen Geschäftsjahr tätigte Siltronic per Saldo Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (und immaterielle Vermögenswerte) von EUR 1.112,1 Mio. Diese entfielen überwiegend auf den Bau der neuen 300 mm-Fabrik in Singapur und die Erweiterung der Kristallziehkapazität in Freiberg. Die hohen Auszahlungen konnten, wie im Jahr 2022, nicht vollständig aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit finanziert werden. Daher sank der FreeCashflow auf EUR -624,2 Mio. und der Netto-Cashflow auf EUR -663,5 Mio.

Weiterhin gesunde Bilanzstruktur
Zum 31. Dezember 2023 erreichte die Bilanzsumme mit deutlich gestiegenen Sachanlagen einen Wert von EUR 4.504,9 Mio. (Vorjahr: EUR 4.050,7 Mio.). Die planmäßig hohe Investitionstätigkeit bewirkte einen signifikanten Rückgang der Liquiden Mittel und Geldanlagen. Aufgrund des negativen Free-Cashflows und der in 2023 gezahlten Dividende von EUR 90,0 Mio. wies Siltronic zum 31. Dezember 2023 eine Nettofinanzverschuldung von EUR 355,7 Mio. aus (2022: Nettfinanzvermögen EUR 373,6 Mio.). Da sich das Eigenkapital im Jahresvergleich nur leicht erhöhte, sank die Eigenkapitalquote auf 46,6 Prozent, nach 51,0 Prozent am Ende des Jahres 2022.

Dividendenvorschlag von EUR 1,20 je Aktie für das Geschäftsjahr 2023
Angesichts der anhaltend schwierigen Marktlage schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 13. Mai 2024 für das Geschäftsjahr 2023 die Auszahlung einer Dividende von EUR 1,20 je Aktie und damit eine Ausschüttungsquote von rund 20 Prozent des auf die Siltronic-Aktionäre entfallenden Konzerngewinns vor. Dies entspricht einer Dividendenzahlung von EUR 36,0 Mio. Gleichzeitig bestätigt Siltronic für die Zukunft ihre Dividendenpolitik, nach der etwa 40 Prozent des nach IFRS-Grundsätzen festgestellten Konzerngewinns, entfallend auf die Anteilseigner der Siltronic AG, ausgeschüttet werden. Die Obergrenze liegt hierbei unverändert bei EUR 3,00 je dividendenberechtigter Stückaktie.

Ausblick 2024 geprägt von Nachfrageschwäche vor allem im ersten Halbjahr
Aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche nach Siliziumwafern erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres. Dabei werden die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2024 voraussichtlich am stärksten von Lieferverschiebungen betroffen sein, sodass für diese Berichtsperiode ein Umsatz auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2023 erwartet wird. Die EBITDA-Marge wird, vor Ramp-Kosten, ebenfalls in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Aufgrund der Inbetriebnahme der neuen 300 mm-Fabrik in Singapur wird die Marge um bis zu drei Prozentpunkte gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 belastet. Die Ramp-Kosten umfassen vor allem Energie-, Material- und Personalkosten.

Die Prognose basiert auf einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,10. Positiv hervorzuheben ist, dass die Durchschnittspreise weiterhin stabil erwartet werden. Bei Energie- und Materialkosten (vor Ramp-Kosten) rechnet der Vorstand für das Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr mit einer Entlastung. Der positive Effekt wird allerdings durch steigende Personaltarife sowie das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Währungssicherungsergebnis kompensiert. Durch die hohen Investitionen der letzten Jahre werden sich die Abschreibungen gegen-über 2023 nahezu verdoppeln. Damit wird sich das EBIT gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr spürbar reduzieren.

Die Investitionen werden, wie bereits angekündigt, gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres von EUR 1.316 Mio. auf weniger als EUR 600 Mio. reduziert. Daher erwartet die Gesellschaft eine merkliche Verbesserung des Netto-Cashflows, der jedoch weiterhin signifikant negativ sein wird.

Wachstumsziele bis zum Jahr 2028 bestätigt
Der Vorstand bestätigt die im November 2023 kommunizierten Mittelfristziele bis zum Geschäftsjahr 2028. Diese sehen ein deutliches Umsatzwachstum auf mehr als EUR 2,2 Mrd. und eine Verbesserung der EBITDA-Marge auf einen hohen 30-Prozent-Wert vor. Getragen werden die Ziele von der weiter zunehmenden Relevanz globaler Megatrends mit einer stark steigenden Halbleiter- und damit Wafernachfrage. Die Verbesserung der Konzernprofitabilität wird vor allem vom erwarteten Volumenwachstum und einer höheren Kosteneffizienz getrieben.

Siltronic wird die erwarteten zukünftigen Cashflows vor allem für weiteres organisches Wachstum, die Stärkung der Innovationskraft und den Abbau der Verschuldung einsetzen.

Von: http://www.siltronic.com

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Am Siltronic-Standort Burghausen sind ca. 1.600 Mitarbeitende mit der Herstellung, dem Vertrieb, dem weltweiten Versand und mit der Weiterentwicklung der innovativen Scheiben mit einem Durchmesser bis 300 mm beschäftigt. (Foto: Siltronic)