Umsatz bei 343,5 Mio. Euro: Siltronic AG im ersten Quartal 2024 geprägt von Nachfrageschwäche

(02.05.2024)

Prognose für 2024: Umsatz circa 10 Prozent unter Vorjahr, EBITDA-Marge zwischen 21 und 25 Prozent – Klaus Buchwald wird bereits zum 1. Juni 2024 als neuer Chief Operating Officer bestellt

München/Burghausen. Die Siltronic AG war nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2024 weiterhin durch die Nachfrageschwäche aufgrund erhöhter Kundenbestände belastet und verzeichnete, vor allem aufgrund von Verschiebungen im Produktmix, einen Umsatzrückgang von fast 4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2023.

„Der Jahresauftakt ist weiterhin von einer Nachfrageschwäche aufgrund der erhöhten Lagerbestände bei unseren Kunden geprägt. Noch immer ist nicht abzusehen, wann die Lager wieder ein normales Niveau erreichen werden. Daher wird das Jahr 2024 voraussichtlich ein Übergangsjahr auf dem Weg zu einem profitablen Wachstum“, kommentiert Dr. Michael Heckmeier, CEO der Siltronic AG die Entwicklung.

Geschäftsentwicklung Q1 2024
Siltronic hat im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von EUR 343,5 Mio. erzielt, was einem Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2023 entspricht. Diese Entwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen. Während die abgesetzte Waferfläche und die Verkaufspreise im Vergleich zum Vorquartal nahezu stabil geblieben sind, wirkte sich vor allem der Produktmix leicht negativ aus. Der Kurs des Euro zum US-Dollar lag im ersten Quartal 2024 bei durchschnittlich 1,09 (Q4 2023: 1,08), was den Umsatz im sequenziellen Quartalsvergleich ebenfalls leicht belastete.

Die Herstellungskosten sanken im Vergleich zum Vorquartal um 1,4 Prozent und konnten damit nicht im gleichen Verhältnis wie die Umsatzerlöse reduziert werden.

In der Folge ist das Bruttoergebnis des ersten Quartals 2024 gegenüber dem Vorquartal um EUR 9,1 Mio. gesunken. Die Bruttomarge gab von 22,2 Prozent (Q4 2023) auf 20,4 Prozent (Q1 2024) nach.

Der Rückgang des Bruttoergebnis konnte weitestgehend durch positive Währungseffekte und geringere Aufwendungen für Vertrieb, Verwaltung, Forschung und Entwicklung kompensiert werden. Die im Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ausgewiesenen Währungseffekte beliefen sich auf EUR 5,4 Mio. nach EUR -0,8 Mio. im vierten Quartal 2023.

Das EBITDA des ersten Quartals 2024 (EUR 90,8 Mio.) lag damit auf dem Niveau des Vorquartals (Q4 2023: EUR 91,1 Mio.). Wegen des rückläufigen Umsatzes verbesserte sich die EBITDA-Marge von 25,5 Prozent auf 26,4 Prozent.

Das EBIT betrug im ersten Quartal 2024 EUR 36,0 Mio. nach EUR 36,8 Mio. im vierten Quartal 2023. Der marginale Rückgang ist vor allem auf höhere planmäßige Abschreibungen zurückzuführen.

Trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche konnte ein Periodengewinn von EUR 27,7 Mio. erzielt werden nach EUR 32,3 Mio. im Vorquartal. Auf die Aktionäre der Siltronic AG entfallen hiervon EUR 25,7 Mio. Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 0,86.

Entwicklung von Eigenkapital, Netto-Cashflow und Nettofinanzvermögen
Mit einem Eigenkapital von EUR 2.152,9 Mio. zum 31. März 2024 und einer Eigenkapitalquote von 46,5 Prozent verfügt Siltronic unverändert über eine gute Bilanzqualität (31. Dezember 2023: 46,6 Prozent).

Die Darlehensverbindlichkeiten sind im Wesentlichen aufgrund der Teilziehung eines Kredits um EUR 53,4 Mio. gestiegen. Darüber hinaus haben sich die sonstigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten vor allem aufgrund einer erhaltenen Investitionsförderung um EUR 31,4 Mio. erhöht.

Der Rückgang beim Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorquartal ist überwiegend auf stichtagsbedingte Effekte beim Zufluss von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Im vierten Quartal 2023 sind Zahlungen von Kunden kurz vor dem Bilanzstichtag zugeflossen, im ersten Quartal 2024 kurz nach dem Bilanzstichtag.

Im abgelaufenen Quartal tätigte Siltronic per Saldo Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von EUR 198,7 Mio. Die hohen Investitionen Ende des Jahres 2023, die zum Teil erst 2024 zur Zahlung fällig waren, führten dazu, dass die Auszahlungen für Investitionen die Bilanzzugänge im Berichtsquartal deutlich überstiegen. Die Zahlungen und bilanziellen Zugänge betreffen im Wesentlichen die neue Fabrik in Singapur.

Aufgrund der Veränderung im Working Capital sowie der weiterhin hohen Investitionen ist sowohl der Free-Cashflow mit EUR -137,2 Mio. als auch der Netto-Cashflow mit EUR -158,4 Mio. im ersten Quartal 2024 negativ ausgefallen. In der Folge reduzierten sich die Liquiden Mittel und Geldanlagen um EUR 88,9 Mio., während sich gleichzeitig die Darlehensverbindlichkeiten erhöhten. Die Nettofinanzverschuldung stieg dementsprechend von EUR 355,7 Mio. zum Ende des Jahres 2023 auf EUR 501,0 Mio. zum 31. März 2024 an.

Ausblick: Mittelfristziele für 2028 unverändert, 2024 wird Übergangsjahr
Getrieben von mehreren Megatrends erwartet Siltronic mittel- und langfristig eine deutlich steigende Nachfrage. Der Start in das Geschäftsjahr 2024 verlief jedoch verhalten. Obwohl der Bedarf nach Wafern in den Endmärkten zunimmt, sieht Siltronic sich für die folgenden Quartale weiterhin mit einer Nachfrageschwäche konfrontiert. Dies ist auf erhöhte Vorratsbestände bei Kunden und damit einhergehende weitere Verschiebungen von Liefermengen, die nun vor allem das zweite Halbjahr betreffen, zurückzuführen. Die fortwährend hohen Lagerbestände der Kunden erholen sich langsamer als ursprünglich prognostiziert. Es ist daher zu erwarten, dass die Auswirkungen dieser erhöhten Lagerbestände das gesamte Jahr 2024 prägen werden, wobei die Visibilität weiterhin begrenzt ist.

Per Ad-Hoc Mitteilung vom 26. April 2024 hat Siltronic daher die Prognose angepasst, und geht von einem Konzernumsatz aus, der circa 10 Prozent unter dem des Vorjahres liegen wird. Dies ist vor allem auf reduzierte Mengen und zudem auf jeweils leicht negative Wechselkurs- (EUR/USD 1,10) und Preiseffekte zurückzuführen. Die EBITDA-Marge wird zwischen 21 und 25 Prozent prognostiziert. Die Investitionen werden sich gegenüber der bisherigen Prognose verringern und voraussichtlich leicht unter EUR 550 Mio. erwartet. Die Abschreibungen werden unter EUR 300 Mio. prognostiziert.

Klaus Buchwald wird bereits zum 1. Juni 2024 als Chief Operating Officer bestellt
Klaus Buchwald wird zum 1. Juni 2024 und damit zwei Monate früher als ursprünglich angekündigt seine Tätigkeit als neues Vorstandsmitglied und Chief Operating Officer (COO) der Siltronic AG beginnen. Er wird dabei für die Bereiche Operations und Supply Chain, Engineering sowie IT verantwortlich sein.

Siltronic AG global und in Burghausen: Als einer der führenden Waferhersteller ist Siltronic global ausgerichtet und unterhält Produktionsstätten in Asien, Europa und den USA. Siliziumwafer sind die Grundlage der modernen Halbleiterindustrie und die Basis für Chips in allen Anwendungsbereichen der Elektronik – von Computern über Smartphones bis hin zu Elektroautos und Windkraftanlagen. International und kundennah setzt das Unternehmen konsequent auf Qualität, Präzision, Innovation und Wachstum. Die Siltronic AG beschäftigt rund 4.500 Mitarbeiter weltweit und ist seit 2015 im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet. Die Aktien der Siltronic AG sind in den beiden Börsenindices MDAX und TecDAX vertreten.
Mehr als 50 Jahre reichen die Wurzeln des Siltronic-Traditionsstandorts Burghausen zurück. Hier, am größten Chemiestandort Bayerns begann 1953 die Erfolgsgeschichte Siltronics mit der Produktion des ersten Reinstsiliziumkristalls, der einen Durchmesser von gerade einmal 10 mm hatte. Heute werden im südostbayerischen Burghausen Einkristalle gezogen und Siliziumwafer mit Durchmessern bis 300 mm für Kunden in aller Welt gefertigt.

Von: http://www.siltronic.com

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Am Siltronic-Standort Burghausen sind ca. 1.600 Mitarbeitende mit der Herstellung, dem Vertrieb, dem weltweiten Versand und mit der Weiterentwicklung der innovativen Scheiben mit einem Durchmesser bis 300 mm beschäftigt. (Foto: Siltronic)

Bereits mit Wirkung zum 1. Juni 2024 hat der Aufsichtsrat Klaus Buchwald in den Vorstand der Siltronic AG berufen. Der 55-Jährige übernimmt den Posten des Chief Operating Officer (COO). Das teilte der Hersteller von Siliziumwafern in seiner Pressemeldung mit.