156 Mio. Euro Gewinn: Siltronic AG mit erwartet verhaltenem ersten Halbjahr 2019

(29.07.2019)

Nachfrage nach Wafern wie erwartet rückläufig - Umsatz um 3,3 Prozent auf EUR 666,2 Millionen verringert

München/Burghausen. Die Siltronic AG (MDAX, TecDAX: WAF) verbuchte ein erwartet verhaltenes erstes Halbjahr 2019. Die Nachfrage nach Wafern ist auf Halbjahressicht zurückgegangen und damit auch der Umsatz und das Ergebnis. Auch in den Quartalsvergleichen ist die Umsatz- und Ergebnisentwicklung rückläufig.

„Nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2017 und einem Rekordjahr 2018 zeigte sich die Nachfrage nach Wafern in den ersten sechs Monaten 2019 wie erwartet deutlich schwächer. Verantwortlich für diese Entwicklung waren vornehmlich die allgemeine weltweite konjunkturelle Abkühlung, geopolitische Unsicherheiten sowie noch nicht abgeschlossene Bestandskorrekturen in der Wertschöpfungskette unserer Kunden“, so Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Umsatzrückgang aufgrund geringerer Absatzfläche
Aufgrund der geringeren Absatzfläche im ersten Halbjahr 2019 ist der Umsatz um 3,3 Prozent beziehungsweise EUR 22,5 Millionen auf EUR 666,2 Millionen gesunken, nach EUR 688,7 Millionen in der entsprechenden Vorjahresperiode. Betroffen von dem Nachfragerückgang waren alle Wafer-Größen. Der Rückgang bei 300 mm-Wafern fiel jedoch moderater als bei den kleineren Durchmessern aus.

Positiv auf das Geschäft von Siltronic wirkte sich neben den im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 höheren Durchschnittserlösen auch die anhaltende Stärke des US-Dollar gegenüber dem Euro aus, in dem ein Großteil der Umsätze von Siltronic erzielt werden. Der Euro war in den ersten sechs Monaten 2019 gegenüber dem US-Dollar mit durchschnittlich 1,13 rund 7 Prozent schwächer als im ersten Halbjahr des Vorjahres mit durchschnittlich 1,21. Der positive Wechselkurseffekt des US-Dollar konnte die rückläufige Waferfläche jedoch nur teilweise kompensieren.

Im zweiten Quartal 2019 wurde mit EUR 311,8 Millionen im Vergleich zum ersten Quartal 2019 EUR 42,6 Millionen weniger Umsatz realisiert.

Herstellungskosten trotz höherer Energiekosten leicht gesunken
Die Herstellungskosten haben sich im ersten Halbjahr 2019 nur leicht von EUR 411,9 Millionen auf EUR 409,3 Millionen reduziert, da den im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 gesunkenen Kosten für Roh- und Hilfsstoffe höhere Aufwendungen für Energie gegenüberstanden.

Auf Quartalssicht sind die Herstellungskosten um 5 Prozent gesunken. Hier wirkten sich vor allem geringere Kosten für Personal sowie für Roh- und Hilfsstoffe aus.

Das Bruttoergebnis lag im ersten Halbjahr 2019 mit EUR 256,9 Millionen 7,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (H1 2018: EUR 276,8 Millionen). Die Bruttomarge ist von 40,2 Prozent auf 38,6 Prozent gesunken.

Im Quartalsvergleich ist das Bruttoergebnis von EUR 144,5 Millionen auf EUR 112,4 Millionen und damit um EUR 32,1 Millionen beziehungsweise 22,2 Prozent gesunken.

Aufwendungen für Vertrieb, F&E und allgemeine Verwaltung leicht gestiegen
Die Kosten für Vertrieb, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie allgemeine Verwaltung lagen im ersten Halbjahr 2019 bei EUR 65,1 Millionen. Dies entspricht 9,8 Prozent des Umsatzes. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ergab sich eine leichte Erhöhung um EUR 0,6 Millionen.

Effekte aus Währungssicherungen belasteten das erste Halbjahr 2019
Im ersten Halbjahr 2019 ergab sich per Saldo ein Aufwand aus Wechselkurseffekten von EUR 15,1 Millionen, wobei der Aufwand im zweiten Quartal 2019 mit EUR 6,9 Millionen deutlich geringer ausfiel als im ersten Quartal 2019 mit EUR 8,2 Millionen.

Schwächere Nachfrage reduzierte EBITDA und EBITDA-Marge
Aufgrund der rückläufigen Absatzfläche und höherer Energiekosten wurde im ersten Halbjahr 2019 ein EBITDA von EUR 227,2 Millionen erzielt nach EUR 268,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge ging von 39,0 Prozent auf 34,1 Prozent zurück.

Das EBIT sank von EUR 220,7 Millionen im ersten Halbjahr 2018 auf EUR 178,0 Millionen im ersten Halbjahr 2019. Die EBIT-Marge betrug im ersten Halbjahr 2019 26,7 Prozent nach 32,0 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Neben dem schwachen Start in das Geschäftsjahr 2019 und den gestiegenen Energiekosten haben auch die planmäßigen höheren Abschreibungen in Zusammenhang mit den getätigten Investitionen dazu beigetragen.

Der Rückgang der EBITDA-Marge vom ersten Quartal auf das zweite Quartal 2019 konnte durch geringere Herstellungskosten und per Saldo geringere negative Wechselkurseffekte abgemildert werden.

Gewinn von EUR 156 Millionen im ersten Halbjahr 2019
Im ersten Halbjahr 2019 wurde ein Periodengewinn von EUR 156,1 Millionen erwirtschaftet. Gegenüber der Vorjahresperiode mit EUR 180,0 Millionen entspricht dies einem Rückgang um 13,3 Prozent. Das Ergebnis je Aktie ging dementsprechend von EUR 5,66 auf EUR 4,66 zurück.

Für das zweite Quartal 2019 ergab sich ein Periodengewinn in Höhe von EUR 68,5 Millionen nach EUR 87,6 Millionen im Vorquartal. Das Ergebnis je Aktie lag im zweiten Quartal 2019 bei EUR 1,98 im Vergleich zu EUR 2,68 im ersten Quartal 2019.

Starker Netto-Cashflow und hohe Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen beliefen sich im ersten Halbjahr 2019 auf EUR 177,9 Millionen und betreffen hauptsächlich die planmäßigen Kapazitätserweiterungen, die neue Ziehhalle in Singapur und die weitere Automatisierung der Produktion. Die Auszahlungen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen lagen bei EUR 162,0 Millionen.

Im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sind Rückführungen von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 33,0 Millionen enthalten. Neue Kundenanzahlungen sind im ersten Halbjahr 2019 nicht zugeflossen.
Aufgrund der hohen Investitionen lag der Netto-Cashflow im ersten Halbjahr 2019 bei EUR 81,2 Millionen, nach EUR 179,5 Millionen im ersten Halbjahr 2018.

Im zweiten Quartal 2019 ergab sich ein Netto-Cashflow in Höhe von EUR 0,4 Millionen verglichen mit EUR 80,8 Millionen im ersten Quartal 2019. Im Netto-Cashflow des zweiten Quartals ist eine Zahlung von einer Versicherung in Höhe von EUR 40,3 Millionen als Kompensation für die Übernahme von langfristigen Umweltrisiken enthalten.

Eigenkapitalquote durch niedrigeren Gewinn und Dividendenzahlung auf 43,4 Prozent gesunken
Das Eigenkapital ist zum 30. Juni 2019 auf EUR 803,7 Millionen gesunken. Zum 31. Dezember 2018 hatte dieses noch bei EUR 915,7 Millionen gelegen. Das Sinken des Eigenkapitals um EUR 112,0 Millionen ergibt sich durch den Halbjahresgewinn von EUR 156,1 Millionen, abzüglich der Auszahlung der Dividende von EUR 150,0 Millionen und durch die zinsbedingte Änderung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 128,8 Millionen.

Zum 30. Juni 2019 wurde die Pensionsrückstellung in Deutschland mit 1,29 Prozent abgezinst, zum 31. Dezember 2018 noch mit 1,98 Prozent. In den USA ist der Zinssatz von 4,08 Prozent auf 3,37 Prozent zurückgegangen.

Nettofinanzvermögen aufgrund der Dividendenzahlung gesunken
Trotz der Dividendenzahlung von EUR 150,0 Millionen an die Aktionäre der Siltronic AG hat das Nettofinanzvermögen um nur EUR 99,2 Millionen abgenommen.

Das Gesamtjahr 2019 bleibt herausfordernd
Angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten sowie der aktuellen Nachfragesituation erwartet Siltronic, dass der Umsatz im dritten Quartal 2019 nochmals zurückgehen wird. Das Unternehmen bestätigt jedoch die im Juni angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2019. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein Umsatz von circa 10 Prozent bis 15 Prozent unter dem des Vorjahres erwartet. Die EBITDA-Marge sollte zwischen 30 und 35 Prozent liegen. Das EBIT wird deutlich unter dem des Vorjahres erwartet. Siltronic erwartet für 2019 einen Steuersatz von 10 bis 15 Prozent. Der Netto-Cashflow wird klar positiv, jedoch um circa EUR 180 Millionen niedriger als 2018 sein. Er wird im Geschäftsjahr 2020 deutlich steigen.

„Wir sind mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 nicht zufrieden. Trotz der derzeitigen Marktschwäche sind wir davon überzeugt, dass die zugrundeliegenden Megatrends wie Digitalisierung, Elektromobilität, Big Data und Künstliche Intelligenz intakt sind und künftig wieder für eine stärkere Nachfrage nach Wafern sorgen werden. Wann das sein wird, können wir aktuell jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen“, sagte Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Von: Siltronic AG

Zurück

Siltronic beschäftigt rund 1.500 feste Mitarbeiter - sowie zusätzliche Leihkräfte - am Standort Burghausen. (Foto: Siltronic AG)