Wacker Chemie zahlt Rekord-Ausschüttung

(01.02.2011)

Mitarbeiter profitieren vom wirtschaftlichen Erfolg − Bei der Siltronic wird es aber noch keine Gewinnbeteiligung geben Burghausen. Die Wacker Chemie AG hat gestern ihr Gesamtergebnis für 2010 vorgelegt. Der Konzern erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 4,75 Milliarden Euro und übertraf mit diesem Rekordergebnis das Vorjahr um 28 Prozent. Der Rohertrag vor Steuern und Zinsen macht 760 Millionen Euro aus. Im Krisenjahr 2009 waren es lediglich 27 Millionen. Der Bereich Chemie läuft hervorragend. Das Geschäft mit Polysilizium geht ungebrochen auf hohem Niveau weiter, und auch die Geschäftsbereiche Silikone und Polymere sind in einer guten Lage. Die Siltronic hat sich zwar ebenfalls sehr gut entwickelt. Nach Gewinnen 2008 und dem Absturz mit der Krise 2009 verbesserten sich im letzten Jahr mit jedem Quartal die Zahlen. Im vierten Quartal blieb bereits ein Überschuss. Aber das Jahresergebnis liegt aufgrund von Verlusten in den Vormonaten etwa bei plus minus Null. 7500 Mitarbeiterin der Chemie Dennoch: Das insgesamt hervorragende Ergebnis bedeutet für Burghausen und die hier Beschäftigten gute Zeiten. Die Mitarbeiter der Chemie werden mit Zahlungen in bisher nicht erreichter Höhe am Erfolg beteiligt. Außerdem trägt der Boom zum Abbau von Arbeitslosigkeit bei: Mit 7500 Mitarbeitern sind so viele wie noch nie in der Hauptsparte Chemie beschäftigt. Leiharbeiter hat die Chemie in Burghausen derzeit lediglich 50, wie Betriebsratsvorsitzender Anton Eisenacker auf Nachfrage des Anzeigers mitteilt. Die Zunahme der Stammbelegschaft zeigt zugleich, dass Wacker auch in Zukunft mit guten Aufträgen rechnet. Anton Eisenacker hat für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter der Chemie beste Nachrichten. Sie bekommen für 2010 die höchstmögliche Gewinnbeteiligung. Jeder Mitarbeiter erhält 12,5 Prozent vom Jahresbrutto. Ausbezahlt wird das Geld wie immer im April. Zudem schüttet die Chemie AG noch einmal 4,75 Prozent als Leistungszulagen aus. Wer wie viel bekommt, wird nach festgelegten Regeln entschieden. „Insgesamt machen diese zusätzlichen Zahlungen an unsere Mitarbeiter 74 Millionen Euro aus“, stellt Eisenacker heraus. Davon können die Leute von der Siltronic nur träumen. Trotz sehr guter Entwicklung im letzten Jahr hat die Siltronic nicht die Zahlen erreicht, um ihren Mitarbeitern eine Erfolgsbeteiligung auszahlen zu können. Aber auch hier gibt es viel Licht. Seit Mai 2010 konnten nach den Worten von Betriebsratsvorsitzendem Walter Ortner 120 Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. „Leiharbeiter haben bei uns eine reelle Chance auf Festanstellung“, freut sich Ortner. Zudem geht der BetriebsratsvorsitzendeStadt rechnet mitguten Einnahmen davon aus, dass der gute Trend anhält. „Wir hoffen, im Jahr 2011 auch an unsere Mitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung auszahlen zu können“, gibt er zu verstehen. Stadt rechnet mit guten Einnahmen Hoffnungsvoll blickt auch Bürgermeister Hans Steindl in die Zukunft. Die Stadt geht für heuer und auch die nächsten Jahre von ähnlich guten Zahlen der Industrie aus. „Ich rechne nicht mit großen Schwankungen unserer Einnahmen“, sagt der Bürgermeister. Auf das Jahresergebnis 2010 angesprochen betont er: „Wir hatten in Gesprächen mit Wacker schon im Oktober deutliche Hinweise auf einen Rekordumsatz bekommen, und damit mehr Luft bei der Festlegung des Nachtragshaushalts. Burghausen profitierte ja von den guten Geschäften Wackers ganz besonders − die Gewerbesteuereinnahmen schlugen mit dem Rekordergebnis von 72 Millionen Euro zu Buche. Steindl betont dazu allerdings: „In dieser Summe sind auch Nachzahlungen der Vorjahre enthalten.“

Von: Burghauser Anzeiger, 01.02.2011

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Weltweit beschäftigt die Wacker Chemie AG rund 16.000 Mitarbeiter, 10.000 davon allein am größten Konzernstandort Burghausen. Foto: Wacker Chemie AG