Siltronic verzeichnet starkes zweites Quartal 2020: Umsatzanstieg von 7,7 Prozent auf 323,1 Mio. Euro

(30.07.2020)

Digitalisierungsschub sorgt für guten Absatz von Waferfläche - Umsatz und Ertrag gegenüber Vorquartal deutlich gesteigert, im Halbjahresvergleich erwartungsgemäß jedoch unter Vorjahresperiode

München/Burghausen. Der Geschäftsverlauf der Siltronic AG (MDAX/TecDAX: WAF) hat sich im zweiten Quartal 2020 besser entwickelt als erwartet. Auf Halbjahresbasis lagen Umsatz und Ertrag aber wie prognostiziert unter der Vorjahresperiode. Die Corona-Pandemie führte vor allem im zweiten Quartal 2020 zu einer teilweise starken Nachfrage nach Waferfläche. Getrieben wurde dies hauptsächlich durch den von der Pandemie ausgelösten Digitalisierungsschub sowie von dem wahrscheinlichen Aufbau von Lagerbeständen in der gesamten Halbleiterwertschöpfungskette. Die im ersten Quartal des Jahres durch Siltronic ergriffenen Maßnahmen zur Sicherstellung der Gesundheit der Mitarbeiter und des störungsfreien Produktionsablaufs waren auch im zweiten Quartal 2020 erfolgreich.

„Homeoffice und Homeschooling zeigen, wie wichtig verstärkte Investitionen in Digitalisierung sind. Der Digitalisierungsschub schlug sich bei uns in soliden Auftragseingängen im ersten Halbjahr 2020 nieder“, so Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Geschäftsentwicklung H1 2020
Siltronic erzielte im zweiten Quartal 2020 einen Umsatzanstieg von 7,7 Prozent auf EUR 323,1 Millionen gegenüber dem ersten Quartal. Diese erfreuliche Entwicklung war von einem Anstieg der abgesetzten Waferfläche getrieben.

Im ersten Halbjahr 2020 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von EUR 623,3 Millionen, der erwartungsgemäß unter dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Dieses Ergebnis ist überwiegend auf einen geringeren Durchschnittserlös je Waferfläche zurückzuführen, da das erste Halbjahr 2019 sehr durch das erste Quartal mit hohen Durchschnittserlösen geprägt war.

Die Herstellungskosten sind im zweiten Quartal 2020 aufgrund der gestiegenen Waferfläche und höherer planmäßiger Abschreibungen auf EUR 224,0 Millionen gestiegen. Für das erste Halbjahr beliefen sie sich auf EUR 434,8 Millionen. Die Herstellungskosten je Waferfläche sind aufgrund von Produktivitätssteigerungen jedoch gesunken.

Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal ein Bruttoergebnis von EUR 99,1 Millionen. Dieses lag damit 11,0 Prozent über dem Wert des Vorquartals. Die Bruttomarge ist von 29,8 Prozent auf 30,7 Prozent gestiegen.

Das EBITDA konnte im zweiten Quartal 2020 um 19,2 Prozent auf EUR 100,4 Millionen gesteigert werden. Die EBITDA-Marge hat sich von 28,1 Prozent um 3 Prozentpunkte auf 31,1 Prozent erhöht. Im Halbjahresvergleich lag das EBITA 18,7 Prozent unter der Vorjahresperiode. Der Rückgang der Durchschnittserlöse bei einem starken ersten Quartal 2019 stellt den wichtigsten Grund für diese Entwicklung dar.

Das EBIT hat sich im zweiten Quartal um EUR 13,6 Millionen auf EUR 66,9 Millionen gegenüber dem Vorquartal verbessert. Dies entspricht einer Steigerung von 25,5 Prozent. Nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 lag das EBIT bei EUR 120,2 Millionen (H1 2019: EUR 178,0 Millionen).

Das Coronavirus hatte zwar keine nennenswerten Auswirkungen auf EBIT und EBITDA von Siltronic, zeigte sich aber im Finanzergebnis. Das erste Quartal 2020 stand im Eindruck der rückläufigen Finanzmärkte, im zweiten Quartal ergaben sich dagegen Erträge von EUR 2,2 Millionen.

Im zweiten Quartal 2020 erzielte Siltronic einen Periodengewinn von EUR 60,8 Millionen. Das entspricht einer Steigerung von 32,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Der Gewinn nach sechs Monaten lag bei EUR 106,8 Millionen. Auf die Aktionäre der Siltronic AG entfallen hiervon EUR 54,0 Millionen. Das Ergebnis je Aktie lag nach den ersten sechs Monaten 2020 bei EUR 3,12 nach EUR 4,66 im ersten Halbjahr 2019.

Entwicklung von Eigenkapital, Netto-Cashflow und Nettofinanzvermögen
Mit einem Eigenkapital von EUR 866,5 Millionen zum 30. Juni 2020 betrug die Eigenkapitalquote der Siltronic AG 45,4 Prozent im Vergleich zu 47,8 Prozent zum 31. Dezember 2019. Die Verminderung des Eigenkapitals um EUR 63,7 Millionen ist auf den Halbjahresgewinn von EUR 106,8 Millionen abzüglich der Ausschüttung der Dividende von EUR 90 Millionen und der Erhöhung von Pensionsverpflichtungen von EUR 47,7 Millionen zurückzuführen.

Siltronic hat im ersten Halbjahr 2020 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von EUR 94,3 Millionen getätigt. Sie betreffen vor allem Investitionen in Capabilities und Automatisierung sowie die Fortführung bereits laufender Projekte zum Kapazitätsausbau. Aufgrund von Reiserestriktionen durch die Corona-Pandemie konnte das Unternehmen nicht alle Maßnahmen wie geplant durchführen, ist jedoch zuversichtlich, diese bis zum Jahresende 2020 weitgehend abschließen zu können.

Im zweiten Quartal 2020 ergab sich ein Netto-Cashflow in Höhe von EUR 26,7 Millionen, nach EUR 40,9 Millionen im ersten Quartal 2020. Im ersten Halbjahr wurde ein Netto-Cashflow von EUR 67,7 Millionen erzielt (H1 2019: EUR 81,2 Millionen). Hierin sind Rückführungen von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 38,5 Millionen enthalten.

„Anhaltende Investitionen in Automatisierung und Capabilities sichern unsere Position als einer der Technologie- und Qualitätsführer. Die Fähigkeit, von den Kunden stets für die neuesten Design Rule qualifiziert zu sein, stärkt die Ertragskraft unseres Unternehmens“, unterstrich von Plotho.

Trotz der Dividendenzahlung von EUR 90 Millionen hat das Nettofinanzvermögen aufgrund des positiven Cashflows um nur EUR 79,5 Millionen auf EUR 509,4 Millionen abgenommen.

Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr leicht schwächer erwartet aufgrund der Auswirkungen durch die Corona-Krise
Siltronic profitierte im ersten Halbjahr 2020 von der durch den Digitalisierungsschub ausgelösten Nachfrage nach Waferfläche, die aber vermutlich auch von Lagerbestandsaufbauten in der gesamten Wertschöpfungskette gestützt wurde. Diesem Rückenwind stehen gleichzeitig auch Belastungen durch die Corona-Pandemie gegenüber. Der massive Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung schlug sich in vielen Ländern in einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen und folglich einem Einbruch beim Konsumentenvertrauen nieder. Die Auswirkungen der negativen Entwicklung im Automobilbereich und bei industriellen Anwendungen sowie möglicherweise ein zurückhaltenderes Kaufverhalten der Verbraucher bei Elektronikartikeln im zweiten Halbjahr 2020 werden sich voraussichtlich negativ auf die Nachfrage nach Waferfläche auswirken. Da Siltronic einen relativ hohen Lieferanteil in die Automobilindustrie hat, wird der Ausblick vor allem für Waferdurchmesser von 200 mm und kleiner sukzessive schlechter.

Siltronic erwartet, dass die Aufträge für das zweite Halbjahr 2020 leicht unter denen der ersten sechs Monate 2020 liegen werden und hat die Prognose für 2020 konkretisiert.

Das Unternehmen erwartet, dass der Umsatz 2020 im mittleren einstelligen Prozentbereich rückläufig sein wird, verbunden mit einem leichten sequentiellen Rückgang im zweiten Halbjahr. Bei einer anhaltenden Schwäche des US-Dollar könnte der Rückgang auch etwas deutlicher ausfallen. Die EBITDA-Marge sollte um mittlere einstellige Prozentpunkte und der Netto-Cashflow leicht unter 2019 liegen. Die Steuerquote 2020 sollte bei unter 10 Prozent liegen. Das EBIT und der Gewinn je Aktie werden, wie schon im März prognostiziert, deutlich unter dem Vorjahreswert liegen. Siltronic plant unverändert mit Investitionen in Höhe von rund EUR 200 Millionen.

„Die weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nicht absehbar, gerade wenn sich in Staaten wie den USA die Zahl der Infizierten weiter erhöhen sollte und generell das Risiko einer zweiten Welle steigt“, so Dr. Christoph von Plotho.

Die Siltronic AG beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter, davon rund 1500 in Burghausen und ist seit 2015 im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.

Von: Siltronic AG

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Siltronic beschäftigt rund 1.500 feste Mitarbeiter - sowie zusätzliche Leihkräfte - am Standort Burghausen. (Foto: Siltronic AG)