Siltronic schließt Geschäftsjahr 2020 im Rahmen der Erwartungen ab – Dividende von EUR 2,00 je Aktie vorgeschlagen

(10.03.2021)

Umsatz liegt mit 1.207,0 Millionen Euro erwartungsgemäß unter Vorjahr (2019: 1.270,4 Millionen Euro) - Prognose für das Jahr 2021: Deutliches Wachstum der nachgefragten Waferfläche erwartet

München/Burghausen. Die Siltronic AG (MDAX/TecDAX: WAF) schloss das Geschäftsjahr 2020 erwartungsgemäß bei Umsatz und Ertrag mit einem Rückgang ab. Die Siltronic AG beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter am Standort Burghausen und ist der zweitgrößte gewerbliche Arbeitgeber im Landkreis Altötting.

„Das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 war durch den von der Corona-Pandemie ausgelösten Digitalisierungsschub geprägt, der für eine etwas höher als erwartete Nachfrage nach Siliziumwafern sorgte. Die Durchschnittserlöse pro Waferfläche lagen unter dem Vorjahr. Im zweiten Halbjahr wurden Umsatz und Ertrag zusätzlich durch die Stärke des Euros vor allem gegenüber dem US-Dollar belastet. In diesem Umfeld haben wir uns auf die weitere Stärkung unserer technologischen Leistungsfähigkeit und der Erhöhung unserer Produktivität konzentriert. Die Gesundheit unserer Belegschaft stand und steht dabei während der Pandemiesituation immer im Fokus“, sagte Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Geschäftsentwicklung 2020

Der Umsatz der Siltronic AG lag 2020 mit 1.207,0 Millionen Euro um fünf Prozent unter dem Wert von 2019 (1.270,4 Millionen Euro). Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Digitalisierungsschub wirkte sich positiv auf die abgesetzte Waferfläche aus. Gleichzeitig konnte die gestiegene Waferfläche nicht den Umsatzrückgang kompensieren, der sich aus der Minderung des in Euro ausgedrückten Durchschnittserlöses pro Waferfläche (ASP) gegenüber 2019 ergab. Wesentliche Treiber für den ASP waren 2020 der Preisdruck in den ersten Monaten des Jahres, der im zweiten Halbjahr 2020 gestiegene Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar und negative Auswirkungen durch den Produktmix im zweiten Halbjahr.

Der Anstieg der Herstellungskosten um 54,7 Millionen Euro resultierte aus der höheren abgesetzten Waferfläche und aus der Zunahme der planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen aufgrund durchgeführter Investitionen. Unter Vernachlässigung der erhöhten Abschreibungen sind die Herstellungskosten je Waferfläche im Jahresvergleich deutlich zurückgegangen. Dieses Resultat beruht auf dem Erfolg von Programmen zur Kostenreduktion und auf Wechselkurseffekten. Die Bruttomarge ist von 36,0 Prozent im Vorjahr auf 28,1 Prozent aufgrund des rückläufigen ASP und der gestiegenen Abschreibungen gesunken.

Das EBITDA lag mit 332,0 Millionen Euro knapp 19 Prozent unter dem Vorjahr (2019: 408,7 Millionen Euro). Hauptgründe waren der in Rechnungswährung niedrigere ASP, die Effekte aus der Produktmixverschiebung und die in den Verwaltungskosten enthaltenen Mehraufwendungen für Beraterkosten in Höhe von rund 12 Millionen Euro aufgrund des Übernahmeangebots von GlobalWafers. Die EBITDA-Marge erreichte solide 27,5 Prozent (2019: 32,2 Prozent).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich mit 192,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (2019: 298,3 Millionen Euro) deutlich reduziert. Neben dem Preisdruck und der Euro-Stärke belasteten höhere planmäßige Abschreibungen. Die EBIT-Marge 2020 lag bei 15,9 Prozent gegenüber 23,5 Prozent im Jahr 2019.

Die Konzern-Steuerquote betrug 2020 nur niedrige ein Prozent nach 14 Prozent im Vorjahr. Der Grund liegt im gestiegenen Anteil des Gewinns von Tochtergesellschaften, die niedrige effektive Steuersätze aufweisen und an Steuererleichterungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Der Periodengewinn ist von 261,0 Millionen Euro auf 186,8 Millionen Euro zurückgegangen. Auf die Aktionäre der Siltronic AG entfallen hiervon 160,8 Millionen Euro (2019: 225,6 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie lag bei 5,36 Euro nach 7,52 Euro im Vorjahr.

Entwicklung Netto-Cashflow und Nettofinanzvermögen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Siltronic 187,6 Millionen Euro in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen investiert. Hierin sind neben den Basisinvestitionen Ausgaben für Capabilities, den Kapazitätsausbau und Investitionen in zusätzliche Epi-Reaktoren enthalten. Damit wird die Position von Siltronic als einer der Technologieführer gesichert und weiter ausgebaut.

Die hohen Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen und die Rückführung von Kundenanzahlungen konnten ohne weiteres aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit finanziert werden. Der Netto-Cashflow lag 2020 mit 77,4 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 81,3 Millionen Euro und damit im Rahmen der Erwartungen.

Das Nettofinanzvermögen ist aufgrund des positiven Netto-Cashflows trotz der Dividendenzahlung in Höhe von 90 Millionen Euro und der Rückführung von Kundenanzahlungen um nur 89,7 Millionen Euro auf 499,2 Millionen Euro (2019: 588,9 Millionen Euro) gesunken.

Dividendenvorschlag von 2,00 Euro je Aktie

Auf Basis des erzielten Geschäftsergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Siltronic AG der Hauptversammlung am 29. April 2021 eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 vorschlagen. Dies entspricht einer Dividendenzahlung von 60 Millionen Euro und damit einer Ausschüttungsquote von 37,3 Prozent.

Prognose 2021 – Herausforderungen und Chancen

Die Siltronic AG ist bisher gut in das Geschäftsjahr 2021 gestartet. Das Unternehmen verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Wafern und die Produktionskapazitäten sind gut bis sehr gut ausgelastet.

Die anhaltende Corona-Pandemie erschwert die Abgabe einer Prognose für die Siltronic AG erheblich, da damit einhergehende makroökonomische Auswirkungen schwer abschätzbar bleiben.

Aktuell geht das Unternehmen für das Jahr 2021 von einem deutlich erhöhten Absatzvolumen aus. Allerdings ist 2021 auch mit einem deutlichen Gegenwind bei Umsatz und Ertrag durch den starken Euro zu rechnen. Die durchschnittlichen Verkaufserlöse (ASP) in Rechnungswährung haben sich stabilisiert. Für 2021 wird wieder ein positiver Ergebnisbeitrag aus den Kosteneinsparprogrammen erwartet. Diese sollten die Effekte aus Inflation und Gehaltssteigerungen deutlich überkompensieren.

Das Unternehmen geht aktuell davon aus, dass sich das Absatzvolumen um circa acht bis zwölf Prozent gegenüber 2020 erhöhen wird. Siltronic geht für 2021 von Währungskursen von 1,23 für Euro/US-Dollar und 128 für Euro/Yen aus. Ein Wechselkurs innerhalb einer Bandbreite des Euros gegenüber dem US-Dollar von 1,20 bis 1,25 im Jahr 2021 würde den Umsatz um rund EUR 50 bis 80 Millionen (inklusive eines schwächeren japanischen Yens) reduzieren. Unter der Annahme relativ stabiler ASP in Rechnungswährung und in Abhängigkeit von der weiteren Marktentwicklung und des Wechselkurses ist mit einem Umsatzanstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zu rechnen.

Die EBITDA-Marge sollte einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Den positiven Effekten aus gestiegener Absatzmenge und dem Ergebnisbeitrag aus den Kostenreduktionsprogrammen auf die Stückkosten steht der starke Euro gegenüber.

Trotz höherer Abschreibungen erwartet Siltronic beim EBIT einen deutlichen Anstieg. Mit der verbesserten Ertragssituation wird sich auch der Netto-Cashflow trotz erhöhter Investitionen leicht verbessern. Die Steuerquote wird voraussichtlich deutlich unter zehn Prozent liegen. Das Ergebnis je Aktie sollte leicht steigen.

Für 2021 plant das Unternehmen Investitionen von rund 250 Millionen Euro. Schwerpunkte werden nochmals der Ausbau der Epi-Kapazität und umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Capabilities für neue Design Rules sein. Dazu gehört auch die Erweiterung eines Gebäudes für neue Kristallziehanlagen, die Anlagen älterer Bauart ersetzen werden.

Aufgrund der getätigten Investitionen werden die Abschreibungen auf circa 155 Millionen Euro bis 160 Millionen Euro steigen.

„Wir sind uns bewusst, dass 2021 wieder herausfordernd sein wird. Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen sind schwer prognostizierbar. Mit den anlaufenden Massenimpfungen besteht aber durchaus Hoffnung auf die Rückkehr zu einem wieder etwas normaleren Leben für uns alle. 2021 bietet der Technologiebranche sicher auch zusätzliche Chancen. Denn selten wirkten so viele Trends transformativ wie im Jahr 2020. Für viele Firmen, die öffentliche Hand und Privatpersonen war die Krise ein Weckruf, was Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Innovation angeht. Dieser Weckruf wird lange anhalten und uns auf unserem Wachstumskurs begleiten“, so von Plotho.

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Die Siltronic AG beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter am Standort Burghausen und ist der zweitgrößte gewerbliche Arbeitgeber im Landkreis Altötting. (Foto: Siltronic AG)