Gästeführer als Botschafter einer Destination

(15.07.2019)

Tourismus Oberbayern München fördert Qualitätssicherung für Gästeführer und deren Vernetzung mit den Destinationen - Burghausen als Best Practice vertreten

München/Burghausen. Für immer mehr Reisende ist es nicht der materielle Komfort, sondern die authentische Erfahrung am Urlaubsort, die eine Reise unvergesslich werden lässt – so gehören Begegnungen mit Einheimischen zum Gesamt-Urlaubserlebnis unabdingbar dazu. In den touristischen Regionen Oberbayerns nehmen Gästeführer als Vermittler der Werte ihrer Heimat die Rolle des Bindeglieds zwischen Gast und Destination ein. Anknüpfend an den anhaltenden Trend zum Erlebnistourismus und das Bedürfnis Reisender nach authentischen Begegnungen mit Einheimischen lud der Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM) am 10. Juli zu einer Informations-Veranstaltung rund um das Thema Gästeführer, um touristische Partner für die Relevanz des Gästeführers als Botschafter einer Destination und die Bedeutung einer professionellen Gästeführer-Ausbildung und -Zertifizierung zu sensibilisieren, sowie die Vernetzung zwischen München und den oberbayerischen Regionen zu fördern.

In den oberbayerischen Urlaubsdestinationen halten Gästeführer die wichtige Rolle des Vermittlers zwischen Destination und Gast inne, gewähren sie doch einen exklusiven Einblick in das Herz einer Destination, leben die Werte ihrer Heimat auf lebendige und authentische Weise und prägen das Bild einer Urlaubsdestination beim Gast entscheidend. Diese verantwortungsvolle Position erfordert die Festlegung von Qualitätsstandards: Der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD) hat hierfür die Gästeführer-Zertifizierung ins Leben gerufen, die den Destinationen und Gästeführern dazu dient, die Qualität ihres Angebots zu sichern. Daneben ermöglicht die Mitgliedschaft in einem mit der Zertifizierung verbundenen Gästeführerverband mehr Sichtbarkeit und eine höhere Reichweite durch neue Plattformen und Netzwerke.

„Auch wenn es schnell gehen soll, möchte der Gast Referenzkriterien sehen, auf die er sich verlassen kann“, so Georg Reichlmayr, zweiter Vorsitzender des BVGD, bei der Vorstellung dieser Zertifizierung nach DIN EN 15565. Weiters erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die Aufgaben des Münchner Gästeführervereins e.V. (MVG) als Interessensvertretung der Gästeführerinnen und Gästeführer, Förderer der fachlichen Kompetenz seiner Mitglieder und Bindeglied zur Tourismusbranche.

Zur Veranschaulichung der Gästeführer-Ausbildung gab es spannende Einblicke in die Praxis von drei ausgewählten oberbayerischen Urlaubsdestinationen, u.a. von Burghausen.

So zeigte die Tegernseer Tal Tourismus GmbH anschaulich den Weg zur Zertifizierung als Tegernseer Heimatführer auf. Kordula Kranzbühel, Koordinatorin der Gästeführerausbildung von Seiten der Landeshauptstadt München erläuterte exklusive Hintergründe über Zertifizierung, Prüfungsabläufe und Fortbildungsmöglichkeiten. Methode und Didaktik seien hierbei genauso wichtig wie Kulturgeschichtliches, denn: „Gästeführer sind wie Lehrer – gut sind nicht die, die promoviert und die größten Experten in ihrem Feld sind, sondern diejenigen, die auf die Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen, genauso wie ein guter Gästeführer auf die Bedürfnisse seines Gastes eingehen können muss“, so Frau Kranzbühler.

Best-Practice Burghausen
Aus Burghausen waren die Gästeführerin und langjährige Vorstandsvorsitzende des Burghauser Gästeführervereins e.V. Margret Schwiebacher und Sigrid Resch, Geschäftsführerin der Burghauser Touristik GmbH (BTG) als Referenten vertreten. Margret Schwiebacher erläuterte, wie der Verein die Gästeführerausbildung organisiert und welche Ansprüche der Verein an eine fundierte und erfolgreiche Ausbildung hat. „Unsere bestehenden Gästeführer haben alle eine fundierte Ausbildung genossen. Auch in der Auswahl neuer Gästeführer legen wir Wert darauf, dass jedes neue Mitglied mit Ernst an die Sache herangeht. Dazu gehört eine schriftliche Arbeit, eine mündliche Prüfung und die Zertifizierung nach den Qualitätskriterien des BVGD“, so Frau Schwiebacher. Sigrid Resch informierte über das Buchungsportal für Führungen, das sich die BTG eigens auf die Burghauser Wünsche und Bedürfnisse programmieren hat lassen. Es erleichtert die Zusammenarbeit zwischen BTG und Gästeführern und auch in der Kommunikation mit dem Gast bietet es viele Vorteile. „Ein gutes Zusammenspiel von Touristik und Gästeführern ist wichtig, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Touristik hat den Kontakt mit dem Gast in der Regel vor Urlaubsantritt, der Gästeführer dann vor Ort. Das Buchungssystem unterstützt uns in unserer Arbeit und die große Zufriedenheit der Gäste bestätigt sowohl uns als auch die Gästeführer im jeweiligen Tun“, freut sich Sigrid Resch.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurde über die Kosten und rechtlichen Grundlagen einer Gästeführer Ausbildung diskutiert und wie auch kleine Gemeinden durch Zusammenarbeit untereinander sowie mit dem TOM e.V. dies stemmen können. „Gästeführer sind die heimlichen Botschafter jeder Tourismusregion. Sie vermitteln mit viel Empathie und Fachwissen die örtlichen Besonderheiten, bringen Wertschöpfung in die Region. Wir möchten durch Gästeführer-Kongresse wie diese alle Partner vernetzen und auf bundesweite Qualitätsstandards einschwören. Von unserer Veranstaltung gingen ein starkes Wir-Gefühl und der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit aus. Insofern haben wir unser Ziel voll erreicht“, so Oswald Pehel, Geschäftsführer des TOM e.V..

Von: BTG

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Zertifizierte Burghauser Gästeführer garantieren eine unvergessliche Führung und begeistern die Gäste. (Foto: Burghauser Touristik)