64 Mio. Euro-Investition: Isobuten-Anlage der OMV Deutschland nimmt Gestalt an

(29.05.2020)

Inbetriebnahme im September - Produktionskapazität von 60.000 Tonnen Isobuten pro Jahr

Burghausen. Es sind gewaltige Ausmaße, mit denen die OMV Deutschland seit einigen Tagen im Werksbereich nahe der B 20 aufwartet: Ein gelbes Gitter-Ungetüm zieht dort die Blicke vorbeifahrender Autofahrer auf sich. Kein Wunder – sticht dieses, was die Größe angeht, doch sogar aus der Reihe der umstehenden Kolonnen heraus.

Allein der Hauptausleger des auf Raupenketten fahrenden Krans bringt es auf 126 Meter. Die meisten Autokräne schaffen im Normalfall nicht einmal die Hälfte. Hinzu kommen eine Traglast von bis zu 347 Tonnen und, den weiteren Ausleger mit eingerechnet, eine maximale Hakenhöhe von 168 Metern. 235 Tonnen wiegt der Gittermast-Raupenkran, der vom Hersteller Demag stammt und die Bezeichnung CC 2400 trägt. Fast schon gering muten da die 380 PS Motorleistung an, die ihn antreiben.

Herschaffen und über Tage hinweg aufbauen lassen hat ihn die OMV, um bei der Errichtung der neuen ISO-C4-Anlage voranzukommen. So soll er die oberen, 30 Meter hohen und rund 150 Tonnen schweren Kolonnenteile auf die bereits errichteten unteren heben. Die Anlage zur Herstellung von hochreinem Isobuten soll im September 2020 in Betrieb gehen. 64 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die neue Komponente der Burghauser Raffinerie kosten. Die Kolonnenteile waren im Februar mit Hilfe mehrerer Schwertransporte angeliefert worden. Seitdem läuft der Aufbau, und das unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, schließlich steckt das Gemeinschaftsprojekt mit BASF voller neuartiger – und damit auch für Konkurrenten interessanter – Technologie.

Nach Angaben von OMV entsteht aus den Bauteilen eine neue „ISO C4-Anlage“. Damit kann hochreines Isobuten mittels einer gemeinsam mit BASF entwickelten Technologie hergestellt werden. 64 Millionen Euro investiert das Unternehmen darin eigenen Angaben zufolge. In Betrieb gehen soll die Anlage im September.

Man baue damit den petrochemischen Bereich der Raffinerie „für die Zukunftssicherung des Standorts weiter konsequent aus“, heißt es seitens des Unternehmens.

Das künftig in Burghausen erzeugte Isobuten soll nach OMV-Angaben für die Produktion von Klebstoffen, Schmiermitteln und weiteren Chemikalien verwendet werden, aber beispielsweise auch für die Herstellung von Vitamin C. Mit 60.000 Tonnen Isobuten rechnet OMV pro Jahr. Bis zu 80 Prozent der benötigten Wärmeenergie könnten dabei dank des neuen Prozesses aus der Abwärme vorhandener Anlagen gedeckt werden. Die Energieeffizienz sei „herausragend“, heißt es seitens OMV dazu.

Von: WiföG/OMV/ANA

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An die 150 Tonnen wiegen die Kolonnenteile, die mit einem gewaltigen Kran in die Anlage eingehoben werden. (Foto: OMV)