1,4 Mrd. Euro Umsatz: Siltronic schließt das Geschäftsjahr 2021 mit einem starken Ergebnis ab

(09.03.2022)

Mengensteigerung führt zu deutlichem Anstieg von Umsatz und Margen – Dividende von EUR 3,00 je Aktie vorgeschlagen – Investitionen in Höhe von rund 1.1 Mrd. Euro, keine Kapitalerhöhung in 2022

München/Burghausen. Die Siltronic AG (SDAX/TecDAX: WAF) schloss das Geschäftsjahr 2021 mit deutlichem Anstieg von Umsatz und Ergebnis. Diese hervorragende Entwicklung basiert in erster Linie auf dem starken Anstieg der abgesetzten Waferfläche.

„Das starke Mengenwachstum führte 2021 zu voll ausgelasteten Fabriken und einem ausgezeichneten Umsatz und Ergebnis. Um die steigende Nachfrage langfristig begleiten zu können, haben wir 2021 mit dem Bau unserer neuen 300 mm-Fabrik in Singapur – der größten Investition in der Geschichte der Siltronic – begonnen“, sagte Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG. „Nachdem der geplante Zusammenschluss mit GlobalWafers aufgrund fehlender regulatorischer Freigaben leider nicht vollzogen wurde, bleiben wir weiter ein selbständiges Unternehmen. Nach dem hervorragenden Jahr blickt Siltronic in eine erfolgreiche Zukunft.“

Geschäftsentwicklung 2021
Der Umsatz der Siltronic AG lag 2021 mit EUR 1.405,4 Millionen gut 16 Prozent über dem Vorjahr (EUR 1.207,0 Millionen). Starke Nachfrage und anhaltende hohe Investitionen in Digitalisierung sowie Nachholeffekte aus dem Jahr 2020 führten zu einem deutlichen Anstieg der abgesetzte Waferfläche. Der hohe Mengenzuwachs konnte die Belastung aus der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich überkompensieren. Kostensteigerungen, insbesondere in den Bereichen Energie und Fracht, haben diese positiven Effekte in der zweiten Jahreshälfte abgeschwächt.

Die Herstellungskosten haben aufgrund der gestiegen Absatzmenge auf  964,2 Millionen Euro zugenommen. Der Anstieg um EUR 96,7 Millionen verlief im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich unterproportional zur Mengenentwicklung. Zudem haben sich höhere planmäßige Abschreibungen sowie im zweiten Halbjahr steigende Strompreise und ein schwächer werdender Euro belastend ausgewirkt. Programme zur Kostenreduktion konnten die Kostensteigerung in Grenzen halten.

In der Folge ist die Bruttomarge von 28,1 Prozent im Vorjahr auf 31,4 Prozent gestiegen.

Das EBITDA lag mit EUR 466,4 Millionen 40,5 Prozent über dem Vorjahr (2020: EUR 332,0 Millionen). Die EBITDA-Marge erreichte 33,2 Prozent (2020: 27,5 Prozent). Hauptgründe waren auch hier die deutliche gestiegene Absatzmenge und die reduzierten Herstellungskosten je Waferfläche.

Das EBITDA des Berichtsjahres wurde durch das gescheiterte Übernahmeangebot von GlobalWafers per saldo in Höhe von EUR 6,3 Millionen entlastet, während das EBITDA des Vorjahres in Höhe von EUR 12,1 Millionen belastet war. Unter Vernachlässigung dieser Einflüsse hätten sich für 2021 ein EBITDA von EUR 460 Millionen ergeben nach EUR 344 Millionen für 2020. Die EBITDA-Marge wäre von 28,5 Prozent im Vorjahr auf 32,7 Prozent im Berichtsjahr geklettert, was einem Plus von 4 Prozentpunkten entsprochen hätte.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich mit EUR 316,9 Millionen gegenüber dem Vorjahr (2020: EUR 192,2 Millionen) deutlich verbessert. Auch hier wirkten sich höhere planmäßige Abschreibungen belastend aus. Hinzu kam die im sonstigen betrieblichen Ertrag enthaltene Zuschreibung auf ein Produktionsgebäude.

Die Konzern-Steuerquote betrug 2021 9 Prozent nach 1 Prozent im Vorjahr. In beiden Geschäftsjahren (2020 und 2021) hat Siltronic von staatlichen Programmen zur Förderung von Investitionen und zu Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze profitiert, die mit steuerlichen Vorteilen einher gehen.

Der Periodengewinn ist von EUR 186,8 Millionen auf EUR 289,6 Millionen gestiegen. Auf die Aktionäre der Siltronic AG entfallen hiervon EUR 253,3 Millionen (2020: EUR 160,8 Millionen). Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 8,44 nach EUR 5,36  im Vorjahr.

Entwicklung Netto-Cashflow und Nettofinanzvermögen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Siltronic EUR 425,6 Millionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen investiert. Hierin sind Investitionen in Epitaxie-Kapazitäten, Capabilities (Anlagen und Fertigungsprozesse für zukünftige technische Spezifikationen), die Erweiterung des Kristallziehgebäudes in Freiberg sowie den Bau der neuen 300 mm-Fabrik in Singapur enthalten. Mit diesen umfangreichen Investitionen wird die Position von Siltronic als einer der Technologieführer gesichert und weiter ausgebaut.

Der Bau der neuen Fabrik in Singapur wird zu einem großen Teil durch vorhandene Liquidität, künftige Cashflows und Anzahlungen wichtiger Kunden finanziert. Zusätzlich werden Darlehen und Anleihen in überschaubarem Rahmen platziert. Eine Kapitalerhöhung wird es 2022 nicht geben.

Der Netto-Cashflow war 2021 mit EUR 1,7 Millionen positiv aber deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 77,4 Millionen und damit im Rahmen der Erwartungen.

Das Nettofinanzvermögen ist aufgrund des sehr erfreulichen Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit und dem Zufluss von Kundenanzahlungen in Q4, trotz der Dividendenzahlung in Höhe von EUR 60 Millionen auf EUR 572,9 Millionen (2019: EUR 499,2 Millionen) gestiegen.

Dividendenvorschlag von EUR 3,00 je Aktie
Auf Basis des erzielten Geschäftsergebnisses werden Vorstand und Aufsichtsrat der Siltronic AG der Hauptversammlung am 5. Mai 2022 eine Dividende von EUR 3,00 je Aktie für das Geschäftsjahr 2021 vorschlagen. Dies entspricht einer Dividendenzahlung von EUR 90 Millionen und damit einer Ausschüttungsquote von knapp 40 Prozent.

Prognose 2022 – anhaltend starke Nachfrage und andauernde Unsicherheit
Die Siltronic AG ist sehr gut in das Geschäftsjahr 2022 gestartet. Das Unternehmen verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Wafern und plant weiterhin mit sehr hoher Auslastung der Produktionskapazitäten.

Die anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen, geprägt von den aktuellen Ereignissen in der Ukraine und den andauernden Auswirkungen der Corona-Pandemie erschweren die Abgabe einer Prognose für die Siltronic AG, da damit einhergehende makroökonomische Auswirkungen schwer abschätzbar bleiben.

Aktuell geht das Unternehmen für das Jahr 2022 bei anhaltend hoher Auslastung der Produktionskapazitäten von einem leichten Anstieg des Absatzvolumens um weniger als 4 Prozent aus. Deutlich steigenden Verkaufspreisen in Rechnungswährung stehen inflationsbedingt deutlich steigende Kosten um etwa EUR 120 Millionen gegenüber, die nicht durch Einsparprogramme kompensiert werden können.

Unter der Annahme deutlich steigender Verkaufspreise in Rechnungswährung erwarten wir einen Umsatzanstieg von 15 bis 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für die EBITDA-Marge wird ein Anstieg auf 34 bis 37 Prozent erwartet. Steigende Stückkosten, insbesondere für Elektrizität, Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe werden sich belastend auf die EBITDA-Marge auswirken.

Trotz höherer Abschreibungen erwartet Siltronic beim EBIT einen deutlichen Anstieg.

Die Steuerquote wird voraussichtlich zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Das Ergebnis je Aktie sollte deutlich steigen.

Für 2022 plant das Unternehmen Investitionen von rund EUR 1.100 Millionen. Davon werden etwa zwei Drittel in den Bau der neuen Fabrik in Singapur fließen. Weitere Schwerpunkte werden die Erweiterung der Kristallziehhalle und der Epitaxie-Kapazitäten in Freiberg sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Capabilities für neue Design Rules sein.

Aufgrund der hohen Investitionen wird der Netto-Cashflow deutlich negativ erwartet. Die Abschreibungen steigen auf etwa EUR 185 Millionen.

„Geopolitische Probleme, anhaltende Verwerfungen in globalen Lieferketten sowie die die weitere Entwicklung der Corona Pandemie bringen weiter Unsicherheiten mit sich, deren wirtschaftliche Auswirkungen schwer zu prognostizieren sind. Der Blick auf die anhaltenden Megatrends der Halbleiterindustrie lässt uns jedoch weiterhin von mittel- und langfristig steigender Nachfrage nach Siliziumwafern ausgehen, auch wenn das Wachstum Schwankungen unterworfen sein kann. Für 2022 erwarten wir weiterhin eine starke Nachfrage und planen mit einer hohen Produktionsauslastung“, so von Plotho.

Von: https://www.siltronic.com

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Als einer der führenden Waferhersteller ist Siltronic global ausgerichtet und unterhält Produktionsstätten in Asien, Europa und den USA. Am Siltronic-Standort Burghausen (Foto) arbeiten rund 1.200 der insgesamt 3.900 Beschäftigten.

Dr. Christoph von Plotho, CEO der Siltronic AG.

Ein 300 mm-Wafer von Siltronic. (Fotos: Siltronic)